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Frank Kuschel versteht sein Handwerk. Ein
Ruf, der Politikern der Linkspartei nicht unbedingt vorauseilt,
wie der Thüringer Landtagsabgeordnete mit einem Augenzwinkern
sagt. Am Sonntag traf er seine Genossen aus dem Kreis Greiz
und machte sie im Rahmen des kommunalpolitischen Forums Thüringen
in der Vogtlandhalle Greiz fit für den Wahlkampf, der
am 22. April beginnt.
Greiz. Dann stehen die Landratswahlen an, außerdem in
Greiz, Zeulenroda und Ronneburg die Bürgermeisterwahlen
und in der Landgemeinde Mohlsdorf-Teichwolframsdorf neben
der Wahl des künftigen Oberhaupts noch die des Gemeinderates.
Die Linken wollen dabei natürlich ein wichtiges Wort
mitreden. Kein Wunder also, dass neben Landrats-Kandidatin
Ines Zipfel auch Sven Weber und Andre Ruderisch, die die Rathäuser
in Zeulenroda bzw. Ronneburg stürmen wollen, gekommen
waren. Und auch sonst waren nahezu alle Kommunal-Politiker
der Linken, die im Landkreis Greiz im Kreistag und/oder Gemeinde-
und Stadträten sitzen, dabei.
Frank Kuschel , der auch überparteilich entsprechende
Vorträge hält, sprach zu den Schwerpunkten "Steuereinnahmen
einer Kommune", "freiwillige Leistungen" und
"Möglichkeiten der Optionskommune zur Schaffung
von Arbeitsplätzen". Knapp drei Stunden dauert dieser
in Seminarform gehaltene Unterricht. Dabei ermutigte der Landtagsabgeordnete
seine Genossen: "Es gibt auf kommunaler Ebene erstaunliche
Möglichkeiten, Politik zu machen."
Zunächst war die Frage, wie die Kommune höhere Einnahmen
erzielen könne. Kuschel machte deutlich, dass die vom
Land geforderte Erhöhung der Hebesätze von Gewerbe-
sowie Grundsteuer A und B durchaus Sinn mache. An Rechenbeispielen
zeigte er, dass die Mehrbelastung sich in den meisten Fällen
durchaus in Grenzen hält, das weniger an Einnahmen der
Schlüsselzuweisung vom Land ab 2015, wenn die vom Freistaat
vorgeschriebenen Sätze unterboten werden, aber kräftig
ins Kontor schlägt.
Mit Blick auf freiwillige Leistungen ermutigte er die Kommunal-Politiker,
in ihren Städten und Gemeinden für Familienfreundlichkeit
zu werben. So sei es durchaus sinnvoll, einen Bonus von 500
Euro für den Zuzug für jede Familie mit Kind auszuloben.
Schon nach einem Jahr rechne sich diese Sonderzahlung wieder,
weil die Kommune dann höhere Zuweisungen vom Land erhalte.
Auch die Optionskommune, dass das Landratsamt also die Vermittlung
von Langzeit-Arbeitslosen übernimmt, könne durchaus
sinnvoll sein.
Allerdings nicht in der Art, wie es momentan von der CDU im
Landkreis Greiz praktiziert werde, eröffnete Linken-Kreischef
Frank Lux anschließend gleich den Wahlkampf. Schließlich
gehe es nicht darum, nur die Verwaltung zu übernehmen,
sondern nach Möglichkeiten zu suchen, damit die Arbeitslosen
auch langfristig in Brot und Lohn stehen. Und vor allem sollen
sie ausreichend verdienen, damit sie trotz gefundenen Jobs
nicht weiter bezuschusst werden müssen.
Der Kreischef formulierte auch schon einmal das generelle
Ziel für 2012: "Die schwarze Riege soll ausgebremst
werden." Damit das gelingt, wurden die von Kuschel vorgebrachten
Möglichkeiten auf einer anschließenden Sitzung
der Kreistagsfraktion diskutiert und die Eckpunkte für
den Wahlkampf abgesteckt. Für die Bürgermeister-Wahlen
in Zeulenroda und Ronneburg sowie die Landratswahlen haben
die Linken schon Kandidaten aufgestellt. Der Greizer Linken
empfiehlt Lux, auch noch einen zu finden. In der Landgemeinde
Mohlsdorf-Teichwolframsdorf wolle man zumindest für den
Gemeinderat unter Führung von Karin Müller drei
bis vier Kandidaten aufstellen.
Holger Zaumsegel, Ostthüringer Zeitung, 6.02.2012
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