André Blechschmidt,
Parlamentarischer Geschäftsführer der Fraktion DIE LINKE im Thüringer
Landtag, kritisiert scharf, dass das vom Ältestenrat in Auftrag gegebene
Gutachten der Landtagsverwaltung zu Fragen der Immunität von Abgeordnetenbüros
"tendenziös missdeutet und instrumentalisiert wird".
Bei der MDR-Meldung, wonach der Einsatz der Polizei im Erfurter Wahlkreisbüro
von Abgeordneten der LINKEN korrekt gewesen sein soll, handelt es sich um eine
"grob fahrlässige Verdrehung der Tatsachen, die jede journalistische
Sorgfalt vermissen lässt", betont Blechschmidt.
"Falsch ist", so der Abgeordnete, "dass DIE LINKE den Polizeieinsatz
gegen die Landtagsabgeordneten klären lassen wollte. Richtig ist hingegen,
dass die Fragestellung zum Gutachten die Immunität des Wahlkreisbüros
als Arbeitsort von Abgeordneten zum Schwerpunkt hatte. Hier bestätigt das
Gutachten ausdrücklich: "
dass Durchsuchungen der Büroräume
im Wahlkreis, der sonstigen Geschäfts- und Wohnräume sowie des Fahrzeugs
ebenfalls vom Schutzbereich des Immunitätsrechts umfasst sind".
"Falsch ist auch, dass sich der Justizausschuss mit dem Gutachten in seiner
nächsten Sitzung am kommenden Freitag inhaltlich auseinandersetzen will.
Richtig ist hingegen, dass erst der Ältestenrat und anschließend
voraussichtlich in der Mai-Sitzung der Justizausschuss die Problematik des Gutachtens
auf der Tagesordnung haben wird."
Blechschmidt zeigt sich auch darüber entsetzt, dass das interne Gutachten
des Landtages, das zurzeit nicht einmal den Mitgliedern des Ältestenrates
als Auftraggebern der Studie vorliegt (es ist nur den Mitgliedern des Justizausschusses
in verschlossenem Umschlag zugegangen) schon als Rundfunkmeldung kursiert. "Bei
einem solchen Vorgang werden die Immunitätsrechte der Abgeordneten ignoriert.
Es findet eine unzulässige öffentliche Vorverurteilung statt."
21.4.2010