Nur wenn der Liebensteiner
Gemeinderat, in dem die Unabhängige Wählergemeinschaft/DIE LINKE die
Mehrheit stellt, einem Gemeindehaushalt zustimmt, der eine weitere Rekordverschuldung
für die Gemeinde beinhaltet und die Bürger mit über 250.000 EUR
Straßenausbaubeiträge belastet, ist das Land zur Sanierung seiner
Straße in der Ortslage bereit
Dies stellte die Landesregierung im Landtag auf Anfrage des Linkspolitikers
Frank Kuschel klar.
Dieses Ultimatum ist ein durchschaubares Manöver der Machtdemonstration
und zeigt, wie viel die kommunale Selbstverwaltung in Thüringen Wert ist,
nämlich nichts. Die Landesstraße in Liebenstein, einer Gemeinde mit
nicht einmal 400 Einwohnern im Ilm-Kreis, ist seit Jahren in einem desolaten
Zustand und muss dringend saniert werden. Das will das Land aber nur dann realisieren,
wenn die Gemeinde gleichzeitig alle Gehwege, die Straßenbeleuchtung und
Straßennebenanlagen ausbaut. Die Kosten dafür liegen bei fast 700.000
EUR. Da die Gemeinde unter CDU-Führung finanziell in den Ruin getrieben
wurde, müsste ein Kredit von 440.000 EUR aufgenommen werden. Doch schon
jetzt ist die Gemeinde pleite. Es gibt keine Rücklagen mehr, die Verschuldung
ist auf Rekordniveau, 2009 gab es bereits eine Haushaltssperre. Der Haushaltsentwurf
für 2010 enthält einen hohen Fehlbetrag. Auch für die nächsten
Jahre sind Fehlbeträge ausgewiesen. Zurecht hat deshalb der Gemeinderat
den Haushalt abgelehnt. "Alles andere wäre verantwortungslos",
so der Fraktionsvorsitzende der UWG/DIE LINKE, Albrecht Dürer. Nicht zumutbar
ist auch die vorgesehene Kostenbelastung für die Bürger: über
250.000 EUR sollen sie als Straßenausbaubeiträge zahlen.
Die Fraktion UWG/DIE LINKE hat vorgeschlagen, dass zunächst das Land die
Straße saniert. Die Gehwege und die Straßenbeleuchtung sollen aber
erst später, wenn die Gemeinde wieder die notwendigen Gelder hat, neu gebaut
werden. "Die Gehwege und die Straßenbeleuchtung brauchten nur instandgesetzt
und müssten nicht gleich ausgebaut werden", ist Albrecht Dürer
überzeugt. Doch das Land blockiert und polemisiert gegen DIE LINKE. Diese
würde die Straßensanierung verhindern. "Ein ungeheuerlicher
Vorgang", so die Bewertung von Frank Kuschel, der sich auf Wunsch des Gemeinderates
für eine Lösung im Interesse der Gemeinde und der Bürger engagiert.
Die Position des Landes hält er für inakzeptabel. Die Entscheidung
des Gemeinderates, die Gemeinde nicht völlig ins finanzielle Chaos zu stürzen
und die Bürger vor überhöhten Beiträgen zu schützen,
müsse respektiert werden.
DIE LINKE will im Thüringer Landtag die Landesregierung weiterhin auffordern,
ihre Verantwortung für die Landesstraße in Liebenstein wahrzunehmen,
ohne die Gemeinde und die Bürger in die finanzielle Mithaftung zu nehmen.
"Wir werden die Sache auf die Tagesordnung des Bau- und Verkehrsausschusses
des Landtages setzen", informiert Frank Kuschel abschließend.
29.4.2010