"Die meisten
Hartz-IV-Empfänger im Ilm-Kreis müssen für die Benutzung des
Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) deutlich mehr ausgeben als
ihnen im Regelsatz für die Mobilität zugestanden wird", kritisiert
Frank Kuschel, Kreistagsmitglied der LINKEN. Und darüber empört sich
die LINKE zurecht, auch wenn jetzt der Landrat Dr. Benno Kaufhold (CDU) angeblich
die Aufregung nicht verstehen kann.
Die Taschenspielertricks des Landrates sind aber zu leicht durchschaubar. Der
Landrat versucht sein Modell eines Sozialtickets als soziale Wohltat zu verkaufen.
Doch dieser Versuch muss scheitern und ist auch eine Verhöhnung der sozial
Benachteiligten im Ilm-Kreis. "Dr. Benno Kaufhold lässt jeden Anspruch
auf Sozialkompetenz vermissen", ist der Linkspolitiker überzeugt.
Wenn der CDU-Landrat darauf verweist, dass die Landzeitarbeitslosen, die in
einer zeitlich befristeten Arbeitsförderungsmaßnahme sind, den ÖPNV
kostenfrei nutzen können, wird damit nur den gesetzlichen Vorgaben genüge
getan.
Hartz-IV-Empfänger haben im Zusammenhang mit Arbeitsförderungsmaßnahmen
im Regelfall einen Anspruch auf die Erstattung der Fahrtkosten. "Das kostenfreie
Busticket ist also keine soziale Wohltat des Landkreises", stellt Frank
Kuschel klar. Natürlich soll nicht unerwähnt bleib, dass die Betroffenen
für den Zeitraum der Maßnahme das kostenlose Busticket auch für
Privatfahrten nutzen können. Doch auch dies rechtfertigt nicht, die Forderung
der LINKEN in Misskredit zu ziehen.
Die Forderung der LINKEN im Kreistag, ein Sozialticket für Hartz-IV-Empfänger
zum Monatpreis von 15 EUR einzuführen, bezog sich auf alle Langzeitarbeitslosen,
unabhängig davon, ob sie gerade eine Arbeitsförderungsmaßnahme
durchlaufen oder nicht.
Hintergrund dieser Forderung ist der Umstand, dass im Regelsatz der Hartz-IV-Empfänger
gegenwärtig nur 14,70 EUR (künftig rund 22 EUR) für Mobilität
im Monat vorgesehen sind. Es ist deshalb aus Sicht der LINKEN nicht hinnehmbar,
wenn der Landrat aber ein Sozialticket für 30 bis 35 EUR im Monat anbietet.
"Dies wird der Situation der Betroffenen nicht gerecht", ist Frank
Kuschel überzeugt.
Die LINKE bleibt bei ihrer Forderung nach einem Sozialticket in Höhe der
Mobilitätserstattung für Hartz-IV-Empfänger. Einen diesbezüglichen
Antrag wird die LINKE in die Haushaltsdiskussion 2011 einbringen, die im November
im Kreistag beginnt. Tatsächliche Mehrkosten entstehen dem Landkreis dadurch
nicht.
30.9.2010