SPD-Landtagsabgeordnete
Eleonore Mühlbauer kündigte an, im Kreistag für die Senkung der
Kreisumlage zu streiten. Ziel sei es, so den Gemeinden einen Ausgleich für
die vom Land fehlgeleiteten Kitagelder zu gewähren. "Widersprüchlicher
kann Politik nicht mehr sein", kommentiert LINKE-Politiker Frank Kuschel.
"Gegen den erbitterten Widerstand der Kommunen und der drei Oppositionsfraktionen
im Thüringer Landtag haben CDU und SPD die umstrittene Kindertagesstättenfinanzierung
beschlossen, die auch auf Arnstadt erhebliche finanzielle Auswirkungen hat.
Auch Frau Mühlbauer hat dem Kommunalen Finanzausgleich und der Finanzierung
der Kindertagesstätten zugestimmt", macht Kuschel deutlich.
Mit dieser Zustimmung habe sich Frau Mühlbauer gegen die Interessen der
Stadt Arnstadt und aller Gemeinden in Thüringen entschieden. Arnstadt wird
durch das neue Kindertagesstättengesetz mit bis zu 900.000 EUR pro Jahr
zusätzlich belastet. Die unzureichende Finanzierung der Kita-Reform ist
für die Stadtverwaltung Arnstadt eine Ursache dafür, dass bisher kein
Haushaltsentwurf für 2011 vorgelegt werden könne. Die SPD hatte als
Mitglied des Trägerkreises für das Volksbegehren "Für eine
bessere Familienpolitik" zugesagt, dass die Reform in allen Fällen
vollständig durch das Land finanziert wird. Diese Zusage ist gebrochen.
Formal wurden zwar die Mehrkosten für das Kita-Gesetz in Höhe von
92 Mio. EUR bei der Berechnung der kommunalen Landeszuweisungen berücksichtigt,
jedoch werden zeitgleich den Kommunen 136 Mio. EUR abgezogen. Diese Gelder sollen
sich die Kommunen nun über höhere Grund- und Gewerbesteuern von den
Bürgern holen.
Die Gemeinden, so auch Arnstadt werden aber zusätzlich benachteiligt, weil
landesweit 67 Mio. EUR der Kitagelder in der Schlüsselmasse an die Landkreise
fließen, obwohl diese nicht direkt zuständig sind. Somit erhält
der Ilm-Kreis 4 Mio. EUR und dies zu Lasten der kreisangehörigen Gemeinden.
"Nun will Frau Mühlbauer im Kreistag dafür streiten, dass die
Kreisumlage gesenkt wird, um so den Gemeinden einen Ausgleich für die vom
Land fehlgeleiteten Kita-Gelder zu gewähren. Frau Mühlbauer hätte
sich lieber im Landtag für die Klärung der Probleme einsetzen sollen
und nicht jetzt auf kommunaler Ebene eine Notlösung' für erst
selbst verursachte Probleme zu suchen", so Kuschel.
Im Kreistag ist gegenwärtig auch keine Mehrheit für eine Senkung der
Kreisumlage auszumachen. Und so müssen Städte wie Arnstadt die Folgen
der Unterfinanzierung des Kitagesetzes tragen. "Es bleibt abzuwarten, wie
sich Frau Mühlbauer im Stadtrat ihrer Verantwortung stellt, wenn infolge
der fehlgeleiteten Kita-Finanzierung die Frage nach der Beteiligung der Eltern
an den zusätzlichen Kosten aufkommt."