Bedenkliche Unwissenheit einer VG-Vorsitzenden
"Wenn Frau
Misch (CDU) als Chefin der Verwaltungsgemeinschaft Langer Berg' im Zusammenhang
mit der laufenden Erhebung von Straßenausbaubeiträgen in Gehren öffentlich
erklärt, sie wisse nichts von geplanten Veränderungen im Straßenausbaubeitragsrecht,
zeugt dies nicht gerade von viel Sachkenntnis über Vorgänge auf Landesebene",
erklärt der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE
Frank Kuschel.
Da Frau Misch 2009 ein Landtagsmandat anstrebt, erwartet der Abgeordnete von
ihr, aufmerksam die politischen Vorgänge auf der Landesebene zu verfolgen;
vor allem dann, wenn diese in der Verantwortung ihrer eigenen Partei liegen.
Bereits Ende Oktober 2007 haben der Ministerpräsident und der damalige
Innenminister während einer öffentlichen Pressekonferenz Veränderungen
im Straßenausbaubeitragsrecht angekündigt. Dabei wurden bereits Einzelheiten
der geplanten Änderungen vorgestellt. Im Februar 2008 wurde den Fraktionen
im Thüringer Landtag ein Referentenentwurf zu den Neuregelungen übergeben.
Nach Aussagen von Vertretern der CDU-Landtagsfraktion sollten diese neuen Bestimmungen
bis zur Sommerpause dieses Jahres verabschiedet werden. Da bis zum Mai 2008
noch kein ordentlicher Gesetzentwurf dem Landtag zugeleitet wurde, hatte die
Fraktion DIE LINKE die Landesregierung zu den Gründen der Verzögerung
befragt. Die Landesregierung verwies in ihrer Antwort darauf, erst noch ein
Gutachten zu den geplanten Veränderungen im Straßenausbaubeitragsrecht
erstellen zu lassen. Auch dies ist öffentlich geschehen und den Dokumenten
des Landtages, die auch der Verwaltungsgemeinschaft Langer Berg zugänglich
sind, zu entnehmen.
Im Juli 2008 hat der Thüringer Innenminister in einem Rundschreiben an
alle Rechtsaufsichtsbehörden auf die beabsichtigten Veränderungen
bei der Erhebung von Straßenausbaubeiträgen hingewiesen und die Aufsichtsbehörden
beauftragt, bis zur Gesetzesänderung keinen rechtsaufsichtlichen Druck
auf die Gemeinden auszuüben. Mit anderen Worten formuliert: Die Gemeinden
sollen abwarten, bis die Neuregelungen in Kraft getreten sind und erst danach
Straßenausbaubeiträge erheben. "Dadurch sollen möglichst
viele Bürger in den "Genuss" der Neuregelungen kommen",
präzisiert der Parlamentarier.
Nach jüngsten Aussagen des Ministerpräsidenten ist im Frühjahr
2009 mit der Vorlage des beauftragten Gutachtens zu rechnen. Es ist kaum nachvollziehbar,
dass Frau Beate Misch als VG-Vorsitzende über all diese Vorgänge keine
Informationen verfüge und unwissend tue. "Sie sollte umgehend ihre
Wissenslücken schließen. Der Neuerlass der Straßenausbaubeiträge
in Gehren sollte erst nach der Neufassung des Kommunalabgabengesetzes erfolgen.
Alles andere wäre wenig bürgerfreundlich", betont abschließend
Frank Kuschel.
11.11.2008