"Also hat
Arnstadt eine dreiviertel Million zu viel Kreisumlage bezahlt?" Vizebürgermeister
Ulrich Böttcher (FDP) war fassungslos.
Arnstadt. Gerade hatte in der Sitzung des Kreistags-Finanzausschusses Kämmerin
Heike Kerntopf offenbart, dass der Landkreis für das Jahr 2011 mit einem
Überschuss von vier Millionen Euro rechnet. Das bedeutet nicht nur, dass
der von allen Fraktionen geforderte Verzicht auf die angekündigte Erhöhung
der Kreisumlage ausbleiben kann. Das heißt auch, dass die Rücklage,
also der Sparstrumpf des Landkreises, um 1,6 Millionen auf 6,6 Millionen Euro
anwächst.
Während Ulrich Böttcher aufgrund der Auflösung der FDP-Fraktion
(TA berichtete) kein Rederecht mehr im Ausschuss besitzt, nutzte Frank Kuschel
(Linke) am Montagabend die Gelegenheit, die Haushaltsführung des Landrates
zu kritisieren. "Es ist jedes Jahr das gleiche Spiel. Erst hören wir,
dass der Haushalt eng gestrickt ist, dann gibt es zum Jahresende einen Millionenüberschuss."
Das sei an sich erfreulich, "wir haben aber auch Verantwortung für
die kreisangehörigen Gemeinden", so Kuschel.
Gutes Wirtschaften auf der einen Seite, Überschüsse hauptsächlich
im sozialen Bereich, aber auch bei der Schulbewirtschaftung, sind die Hauptgründe
für den positiven Jahresabschluss. Dazu kamen 720 000 bisher nicht gebuchte
Euro wofür die Kämmerin um Ent- schuldigung bat. Im Anschluss an die
grundsätzlichen Vorwürfe und Rechtfertigungen wurden Fragen zu einzelnen
Haushaltspositionen erörtert.
Thomas Becker,
Thüringer Allgemeine, 23.1.2012