Die Hassattacken
gegen Die LINKE in Arnstadt durch CDU "Pro Arnstadt" und den Bürgermeister
Christan Köllmer hat im neuen Jahr eine bisher nicht für möglich
gehaltene Dimension erhalten.
Der Bürgermeister und die ihn tragenden Fraktionen sind schon traditionell
anti-links und haben daraus nie einen Hehl gemacht. Basierend auf ein völlig
überzogenes und einseitiges DDR-Geschichtsbild, das sehr stark von der
Gleichsetzung von Faschismus und dem Sozialismusversuch der DDR geprägt
ist, wird die LINKE schon seit Jahren als undemokratisch und in Teilen als "extremistische"
Partei bezeichnet und auch so behandelt. Der LINKEN wird in diesem Zusammenhang
das Recht auf gleichberechtigte Teilnahme am politischen Geschehen in Arnstadt
abgesprochen.
Selbst in den Ansprachen während des Neujahrsempfangs hat der Bürgermeister
immer wieder seine anti-linke Haltung gezeigt. Dieses Verhalten ist für
einen Bürgermeister sehr bedenklich, ist doch Die LINKE im Stadtrat stark
vertreten und Herr Köllmer unterliegt zudem als kommunaler Wahlbeamter
dem beamtenrechtlichen Neutralitäts- und Zurückhaltungsgebot.
Seit Jahresbeginn schlagen der Bürgermeister und die Fraktionen von CDU
und "Pro Arnstadt" noch intensiver auf Die LINKE ein. Nicht nur dass
der LINKEN jegliche Kompetenz und das Recht auf politische Mitwirkung abgesprochen
wird, fordern die Kritiker der LINKEN deren Stadträte zur Rückgabe
ihres Mandates auf.
Eine entsprechende Erklärung gab der Fraktionsvorsitzende " Pro Arnstadt"
Georg Bräutigam in der jüngsten Stadtratssitzung ab. Er war sich dabei
auch nicht zu schade, die LINKE als Brandstifter zu bezeichnen. Das Agieren
der LINKEN käme laut Bräutigam einem flächendeckenden Stadtbrand
gleich. "Pro Arnstadt" scheute sich auch nicht, von einer gewünschten
"Vertreibung vor die Tore der Stadt" zu sprechen.
National-patriotische Töne gegen Andersdenkende und Nicht-Deutsche sind
gerade bei "Pro Arnstadt" nicht neu. Doch diese in der jüngsten
Stadtratssitzung an den Tag gelegte Hassattacken gegen Die LINKE sind von neuer
Dimension und völlig inakzeptabel.
Der Bürgermeister und die Fraktionen von CDU und "Pro Arnstadt"
begründen ihr jetziges Agieren mit einer Landtagsanfrage von zwei Abgeordneten
der LINKEN. Sabine Berninger und Frank Kuschel, die auch Stadträte sind,
hatten im Rahmen einer Anfrage im Landtag das Handeln der Landesentwicklungsgesellschaft
(LEG) bei der Ansiedlung von Unternehmen hinterfragt. Hintergrund war die öffentliche
Kritik des Erfurter Oberbürgermeisters Andreas Bausewein (SPD) an der Standortpolitik
der LEG. Bausewein warf der LEG vor, diese würde mit "Kampfpreisen"
bewusst Unternehmen aus Erfurt nach Arnstadt umsiedeln.
Die LINKE hält es für problematisch, dass die LEG mit Steuergeldern
die kommunale Konkurrenz bei der Ansiedlung von Unternehmen befördert.
Die Linke setzt hier vielmehr auf Kooperation und hatte hierzu im Stadtrat eine
Aktuelle Stunde beantragt und einen Beschlussantrag gestellt. In diesen Positionen
und Handeln der LINKEN sehen der Bürgermeister und die Fraktionen von CDU
und "Pro Arnstadt" eine Kampfansage gegen die Stadt. Nach deren Überzeugung
haben Stadträte ausschließlich die Interessen der Stadt zu verfolgen.
Alles was jenseits der Ortseingangsschilder liegt wäre demzufolge tabu.
Eine solche Abschottungspolitik lehnt Die LINKE ab und sieht stattdessen Arnstadt
als Bestandteil einer Region und fordert eine Kooperation mit den umliegenden
Orten.
Im Übrigen hat die Diskussion im Stadtrat gezeigt, dass die Aufregung von
"Pro Arnstadt" und der CDU eher als "Luftnummer" zu bezeichnen
ist. So ist das Industriegebiet "Erfurter-Kreuz" in Mittelthüringen
konkurrenzlos und eine diesbezügliche Landtagsanfrage kann selbst bei völliger
Uminterpretierung niemals als Schädigung des Ansehens der Stadt Arnstadt
bewertet werden. Die Anfrage diente ausschließlich der Versachlichung
der Debatte, die der Erfurter Oberbürgermeister begonnen hat. Eigentlich
hätte der Arnstädter Bürgermeister reagieren müssen, was
er jedoch nicht tat. Vielmehr eröffnete Köllmer eine neue Hetzkampagne
gegen die LINKEN.
So stellt sich die Frage, weshalb die Hassattacken gegen Die LINKE? Es hat wohl
mit der politischen Grundhaltung von Bürgermeister Köllmer, der CDU
und von "Pro Arnstadt" zu tun. Einfluss haben wohl auch die unübersehbaren
Mängel und Verwerfungen in der Arbeit des Bürgermeisters. Die Erfolge
halten sich in Grenzen und so wird das Feindbild "Die LINKE" weiter
aufgebaut, um vom eigenen Versagen abzulenken.
26.1.2010