"Der Versuch,
die Verweigerung des Arnstädter Bürgermeisters Köllmer (ProArnstadt)
dem Stadtrat für 2011 einen Haushaltsentwurf vorzulegen, damit zu rechtfertigen,
dass Petra Enders (DIE LINKE) in Großbreitenbach vergleichweise verfährt,
ist untauglich und verkennt zudem die verschiedenen Situationen in beiden Städten",
reagiert das Arnstädter Stadtratsmitglied Frank Kuschel auf entsprechende
Berichte.
Hans-Christian Köllmer hat als Bürgermeister der Kreisstadt bereits
im September, als nicht einmal der Entwurf des Landeshaushaltes für das
nächste Jahr vorlag, angekündigt, dem Stadtrat keinen Haushaltsentwurf
2011 vorzulegen. Unter Missachtung der Zuständigkeiten hat Köllmer
dem Stadtrat nicht nur die Haushaltskompetenz genommen, sondern das Aufstellungsverfahren
völlig auf den Kopf gestellt. Der Arnstädter Bürgermeister wollte,
dass zunächst der Stadtrat durch die fast komplette Streichung aller freiwilligen
Ausgaben das Haushaltsloch von 3,6 Mio. EUR schließt. Erst anschließend
wollte er einen Entwurf vorlegen.
"DIE LINKE im Stadtrat hat mehrfach die Bereitschaft signalisiert, an der
Haushaltskonsolidierung mitzuwirken und hat hierzu als einzige Fraktion im Stadtrat
auch Vorschläge unterbreitet. Jedoch funktioniert diese Mitwirkung nur,
wenn zunächst der Bürgermeister die in der Verwaltung vorhandenen
Zahlen des Haushaltsentwurfes auf den Tisch legt, selbst wenn diese noch ein
Defizit aufweisen. Die Forderung nach Vorlage eines Haushaltsentwurfs für
2011 für die Kreisstadt bleibt bestehen", so LINKE-Fraktionsvorsitzender
Steffen Dittes.
In Großbreitenbach stellt sich die Situation anders dar. Die Entscheidung,
für 2011 keinen Haushalt zu beschließen, wurde von der Verwaltung
gemeinsam mit dem Stadtrat getroffenen, zudem wurden Absprachen mit den Bürgermeistern
der Mitgliedsgemeinden innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft getroffen. Die
Zuschüsse an Vereine und Verbände sind in Großbreitenbach vertraglich
gesichert und können aus diesem Grund auch ohne Haushalt gezahlt werden.
Und Großbreitenbach investiert im nächsten Jahr in Millionenhöhe,
weil hier langfristig geplant wurde.
"Köllmer ist einfach nur stur und missachtet die Rolle des Stadtrates.
Anders als in Großbreitenbach drohen in Arnstadt 2011 ohne Haushalt bittere
und nur schwer kalkulierbare Kürzungen. Köllmer riskiert eine Schädigung
der sozialen und kulturellen Infrastruktur in der Kreisstadt. Das Familien-
und Frauenzentrum ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Und Köllmer sind
notwendige Investitionen offensichtlich auch egal. Vorschläge der LINKEN
zur Realisierung von benötigten Investitionen werden einfach abgelehnt.
Der Fortgang der Arbeiten am Sportplatz Obertunk ist nur ein Beispiel,"
so Frank Kuschel, der DIE LINKE im Finanzausschuss vertritt.
"DIE LINKE im Stadtrat unterstützt Köllmer sehr gern, wenn dieser
ernsthafte Proteste gegen das Land wegen der völlig unzureichenden Finanzierung
der Kommunen erwägt, und nicht nur peinliche Steckbriefaktionen veranstaltet.
Aber auch Protest gegen das Land entbindet den Bürgermeister nicht von
seinen Pflichten und seiner Verantwortlichkeit als Leiter der Verwaltung",
so Dittes.
3.1.2011