Bildung - Beratung - Begegnung

Arnstadt (ke) - Die Räume des Frauen- und Familienzentrums (FFZ) am Arnstädter Kohlenmarkt vermochten die zahlreichen Gäste zum 20. Jubiläum kaum zu fassen. Kein Stuhl blieb zur Feierstunde leer und Grußwort reihte sich an Grußwort.
FFZ-Leiter Heinz Dechert blickte auf die Vergangenheit der Einrichtung zurück. Seit 20 Jahren stehen die drei großen "B" - Bildung - Beratung - Begegnung - nicht nur als Motto über dem FFZ, sondern sie werden hier jeden Tag mit Leben gefüllt. Neben Sprachkursen, Beratungen zu allgemeinen Lebenslagen oder bei drohender Arbeitslosigkeit bis zu Fragen des Arbeits- und Sozialrechts gibt es im FFZ auch Hilfe beim Verfassen von Bewerbungsschreiben oder beim Ausfüllen von Antragsformularen. Die Teilnahme am Umwelt- und Erlebnismarkt ist bereits ebenso zur Tradition geworden wie der jährliche Tag der offenen Tür im Rahmen des Stadtfestes. Aber auch politische Gesprächsrunden finden in den Vereinsräumen statt. So sehe Heinz Dechert optimistisch in die Zukunft - trotz des Bangens um die Finanzierung des Projekts. Regina Günther brachte es gleich zu Beginn der Feierstunde auf den Punkt: "Wir sind heute zum Feiern hier, aber wir haben auch Sorgen!" Als Vorsitzende des Frauen- und Familienvereins, der seit 1999 Träger des FFZ ist, sei sie besorgt, da mangels ausgeglichenen Haushalts noch immer ein Bekenntnis der Stadt zur weiteren finanziellen Unterstützung des FFZ fehle. Allein Stadtratsmitglied Frank Kuschel (Linke) versicherte, dass ein verbales Bekenntnis aller Fraktionen im Stadtrat zum FFZ vorläge. "Bei einem Haushalt von 36 Millionen stellen 8.500 Euro die Struktur des städtischen Haushalts nicht in Frage", so der Politiker. Vorsichtshalber hatten die meisten Gäste Geldspenden zur Geburtstagsfeier mitgebracht. Und auf diese ist der Verein auch weiterhin angewiesen.
Arnstadts Gleichstellungsbeauftragte Angelika Kowar wies auf ein zweites Jubiläum hin, das es in diesen Tagen zu begehen gibt: 100 Jahre Frauentag. Noch sei die Gleichstellung nicht auf allen Gebieten durchgesetzt, aber sie glaube nicht, dass es noch einmal 100 Jahre brauche, so Kowar. Auch der Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski (CDU) war zum Gratulieren gekommen. Und er hatte eine Einladung der Vereinsmitglieder zu einer Infofahrt nach Berlin im Gepäck.
Aber natürlich wurde nicht nur geredet, auch das Feiern durfte an so einem Tag nicht zu kurz kommen. So kabarettierten Evelyn Günther und Uta Kessel über das Verhältnis von Mann und Frau, bevor die Gäste bei Kaffee und Kuchen ins Gespräch kamen.

ke, Deutschland Today