Debatte um neue Gebietsstrukturen hält an - Doppelstadt Erfurt-Arnstadt

Arnstadt/Erfurt. In der Debatte um eine mögliche Kreisgebietsreform wird nun erneut eine Fusion von Erfurt und Arnstadt ins Gespräch gebracht. Der Erfurter Stadtrat Thomas Engemann (Bündnis 90 / Grüne) regte auf einer gemeinsamen Fachtagung der Friedrich-Ebert- und der Heinrich- Böll-Stiftung in Erfurt einen Städteverbund beider Kommunen an und begründete dies unter anderem mit dem "Erfurter Kreuz" als gemeinsamen Wirtschaftsfaktor. Unterstützt wird diese Variante auch vom Arnstädter Stadtrat Frank Kuschel (Linke), der den Vorstoß als "mutig und interessant" bezeichnete. "Ein solches Modell wird im Saarland zwischen Saarbrücken und Dudweiler bereits erfolgreich praktiziert", sagte Kuschel. Beide Städte hätten weitgehend ihre Eigenständigkeit bewahrt, würden aber besonders im übertragenen Wirkungskreis verwaltungstechnisch gemeinsam agieren. Das wäre auch bei Erfurt und Arnstadt möglich.
Die "Linke" im Arnstädter Stadtrat hatte bereits vor einiger Zeit eine engere Kooperation zwischen Erfurt und Arnstadt gefordert, war dabei jedoch auf Widerstand bei anderen Fraktionen gestoßen, von denen eher eine engere Zusammenarbeit oder gar Fusion mit den umliegenden Gemeinden angestrebt wird. Entsprechende Gespräche mit Plaue und Gossel sowie dem Wipfratal sind bereits geführt worden, auch an einer engeren Kooperation mit Ichtershausen besteht wegen des Gewerbegebiets "Erfurter Kreuz" großes Interesse. Bei einer Fusion mit Erfurt fürchten hingegen sowohl Arnstädter als auch Ichtershäuser, dass ihre Interessen nicht genügend wahrgenommen werden.
18.4.2011