"Es ist bedauerlich
und kaum sachdienlich, dass der Arnstädter Stadtrat trotz umfangreicher
Entscheidungsbedarfe nun doch erst am 8. Dezember zur nächsten Sitzung
zusammenkommt", erklärt Frank Kuschel, Fraktionsvorsitzender der LINKEN
im Stadtrat.
Die ursprünglich für den 3. November vorgesehene Stadtratssitzung
wurde vom Bürgermeister ohne Absprache mit den Fraktionen abgesagt. DIE
LINKE hatte hiergegen protestiert. Alternativ hatte die LINKE dem Bürgermeister
und den Fraktionen vorgeschlagen, am 8. November eine Stadtratssitzung durchzuführen.
An diesem Tag protestieren die Thüringer Kommunen landesweit gegen die
geplanten Finanzkürzungen des Landes.
"Es wäre mehr als ein symbolischer Akt gewesen, wenn sich an einem
solchen Protesttag der Stadtrat mit der Finanzlage der Stadt öffentlich
beschäftigt hätte", ist Sabine Berninger, Stadtratsmitglied und
Stadtvorsitzende der LINKEN überzeugt. Immerhin müsse die Stadt im
nächsten Jahr offenbar mit 2,5 Millionen EUR weniger auskommen, als 2011,
wenn die Landesregierung ihre Kürzungspläne umsetzt. "Und in
einer solchen Situation ist gerade der Stadtrat gefordert, sich zu positionieren",
so die Linkspolitikerin weiter.
Nachdem jedoch auch dieser Vorschlag der LINKEN keine Resonanz bei den anderen
Fraktionen fand, blieb nur der Weg der Beantragung einer Sondersitzung. Einen
solchen Antrag müssen mindestens acht Stadträtinnen/Stadträte
unterstützen.
Da die Fraktion der LINKEN nur sieben Mitglieder hat, hätte der Antrag
also durch mindestens ein weiteres Stadtratsmitglied mitgetragen werden müssen.
Dieses Votum schien gesichert, weil auch die SPD-Fraktion einen solchen Antrag
auf Sondersitzung eingereicht hatte.
Bei einer Zusammenkunft der Fraktionsvorsitzenden mit der Stadtverwaltung jedoch
hat die SPD ihren Antrag umgedeutet und dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt,
erst am 20. Dezember eine weitere Stadtratssitzung einzuberufen. Der Antrag
der LINKEN auf Sondersitzung erübrigte sich dadurch.
Entgegen der Aussagen des Bürgermeisters, dass es nichts zu beraten gebe
und die LINKE sich eben nur zum Schwatzen im Stadtrat treffen möchte, besteht
ein hoher Entscheidungsdruck bis zum Jahresende. Und diese Entscheidungen erst
im Dezember im Stadtrat zur Abstimmung zu stellen, ist unverständlich.
So muss sich der Stadtrat positionieren, ob die Stadt Miteigentümerin der
Fachschule "Kunst" wird. Zudem läuft der Stadthallenvertrag zum
31.12. aus und muss verlängert werden, weil anderenfalls die Schließung
droht. "Beide Entscheidungen haben erhebliche finanzielle Auswirkungen
und können ohne Kenntnis der Eckdaten des Haushaltes für 2012 nicht
verantwortungsvoll getroffen werden. Entscheiden muss der Stadtrat zudem über
den Fortgang der Sanierung der Sportanlage Am Obertunk'. Entscheidungen
zum Energiekonzept der Stadt, zur Bewerbung für den Thüringentag 2015
und dem innerstädtischen Verkehrskonzept stehen auch noch aus. Dies alles
erst am 8. Dezember oder am 20. Dezember zu entscheiden, ist für DIE LINKE
mehr als problematisch", stellt Fraktionsvorsitzender Frank Kuschel klar,
"DIE LINKE wird nun darauf drängen, dass alle noch offenen Entscheidungen
umfassend in den Ausschüssen vorberaten werden. Den nunmehr entstandenen
Zeitdruck hat der Bürgermeister mit seiner Absage der Stadtratssitzung
zu verantworten."
"An der LINKEN werden Entscheidungen aus zeitlichen Erwägungen nicht
scheitern, sofern sie inhaltlich durch die Fraktion mitgetragen werden können",
erklärt Sabine Berninger abschließen.
Frank Kuschel,
Fraktionsvorsitzender, 4.11.2011