Auf dem Gelände
des ehemaligen "Zerlithwerkes Arnstadt" in der Ichtershäuserstraße
muss nicht zwingend ein weiteres großflächiges Einkaufszentrum entstehen,
so wie dies der Investor und die Stadtverwaltung gegenüber dem Stadtrat
erklärt haben", stellt der Fraktionsvorsitzende der LINKEN im Stadtrat,
Frank Kuschel, klar.
Auf Antrag des Investors hat der Stadtrat Arnstadt am 8. Dezember 2011 einen
Aufstellungsbeschluss für den Bau eines weiteren Einkaufszentrums in der
Ichtershäuserstraße gefasst. Gegenüber den Stadträten wurde
dabei erklärt, dass der Stadtrat keine Möglichkeit hätte, dieses
Bauvorhaben zu verhindern. Begründet wurde dies mit angeblichen Vorgaben
des Landes im Zusammenhang mit der Förderung der Sanierung der betreffenden
Grundstücksflächen. Demnach hätte das Land die Schaffung weiterer
Verkaufseinrichtungen auf diesen Flächen als Förderungsvoraussetzungen
festgeschrieben. Auf Antrage der Landtagsabgeordneten der LINKEN Sabine Berninger
und Frank Kuschel hat die Landesregierung nun mitgeteilt, dass es eine solche
Beschränkung auf Verkaufseinrichtungen nicht gibt.
Die Sanierung der Grundstücke in der Ichtershäuserstraße wurde
durch das Land mit rund 12,3 Millionen EUR gefördert. Dabei wurde die Auflage
erteilt, dass bis zum 31. Dezember 2012 auf diesen Flächen Investitionen
von rund 2,6 Millionen EUR getätigt werden müssen. Dabei sind mindestens
25 neue Arbeitsplätze zu schaffen. Welche Investitionen dabei getätigt
werden, entscheidet aber letztlich die Stadt Arnstadt. Keinesfalls muss es sich
um weitere Verkaufseinrichtungen handeln. Sollten bis Ende 2012 keine Investitionsmaßnahmen
realisiert sein oder die neuen Arbeitsplätze nicht geschaffen werden, droht
die Rückforderung der gezahlten Sanierungsfördermittel.
Es stellt sich nun die Frage, weshalb der Investor und die Stadtverwaltung ausschließlich
die Nutzung der Flächen für Verkaufseinrichtungen und Tourismus thematisiert
haben und dabei dem Stadtrat andere Nutzungsmöglichkeiten nicht zugestanden
wurden.
Ein weiteres Einkaufszentrum in der Ichtershäuserstraße wird nach
Überzeugung der LINKEN Auswirkungen auf die Handels- und Dienstleistungsstruktur
der Innenstadt haben. Dabei will die LINKE das Investitionsvorhaben in der Ichtershäuserstraße
überhaupt nicht völlig blockieren. "Jedoch muss sich das Vorhaben
in die bestehende Handels- und Dienstleistungsstruktur der Stadt einpassen",
fordert Frank Kuschel.
Wenn in der Ichtershäuserstraße ein Elektrofachmarkt, ein Kino und
eine Jugendherberge entstehen würden, wird dies von der LINKEN begrüßt.
Doch diesbezügliche Vorschläge wurden von einer Stadtratsmehrheit
auf Verlangen der Stadtverwaltung abgelehnt. Damit besteht die Gefahr, dass
nun in diesem Bereich weitere konkurrierende Handelseinrichtungen entstehen
und das Handelsangebot der Innenstadt weiter belasten.
Noch stehen endgültige Entscheidungen im Stadtrat aus. "Die LINKE
wird im weiteren Bauplanungsverfahren dafür eintreten, dass in der Ichtershäuserstraße
kein weiteres Einkaufzentrum um jeden Preis und zu Lasten der Innenstadt entstehen
wird", so der Linkspolitiker. Der LINKEN geht es dabei um ein ausgewogenes
Verhältnis zwischen den städtischen Entwicklungsinteressen und den
wirtschaftlichen Interessen des Investors. Nachdem die Landesregierung klargestellt
hat, dass auch eine andere wirtschaftliche Nutzung der Grundstücke möglich
ist, muss sich der Stadtrat nochmals positionieren. "Überlegenswert
wäre in diesem Zusammenhang, hier auch umfassend die Bürgerinnen und
Bürger in die Entscheidungsfindung einzubeziehen", so Frank Kuschel
abschließend.
28.12.2011