"Die vom Land
gewährte Zinsbeihilfe für die Stundung von Abwasser- und Straßenausbaubeiträge
zahlt das Land zunächst nur noch in diesem Jahr", informiert der kommunalpolitische
Sprecher der LINKEN im Landtag, Frank Kuschel.
Auf Anfrage des Landtagsabgeordneten begründete der Thüringer Innenminister
diese zeitliche Begrenzung damit, dass die Landesregierung im Zusammenhang mit
beabsichtigten Neuregelungen zur Erhebung der Straßenausbaubeiträge
auch die Bestimmungen zu den Stundungen und Zinsbeihilfen im Gesetz überarbeiten
will. Im Landeshaushalt 2010 würden nach Auskunft des Innenministers ausreichend
Mittel für die Zinsbeihilfe zur Verfügung gestellt. "Es bleibt
zu hoffen, dass diese sehr unverbindliche Antwort dahingehend zu verstehen ist,
dass auch 2010 alle Anträge auf Zinsbeihilfe durch das Land positiv entschieden
werden und nicht am fehlenden Geld scheitern werden", so Frank Kuschel
weiter.
Die Zinsbeihilfen, die 2004 auf Druck der Bürgerinitiativen und der LINKEN
durch das Land eingeführt wurden, haben soziale Härten bei Beitragsforderungen
durchaus abgefedert. Die Zinsbeihilfen werden gewährt, wenn die Beitragsforderungen
über 1.000 Euro oder über zehn Prozent des verfügbaren Einkommens
liegen. Die Beihilfen dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen,
dass die Beitragsforderungen nicht aufgehoben, sondern über einen Zeitraum
von bis zu fünf Jahren gestreckt werden. "Die LINKE hält diese
Finanzierungsform für nicht mehr zeitgemäß und fordert deshalb
den Einstieg in den Ausstieg der Beitragsfinanzierung von Abwassersystemen und
Gemeindestraßen", so der Linkspolitiker abschließend.
29.1.2010