Landesrechnungshof
kritisiert WAZV Arnstadt und fordert Landrat zum Handeln auf!
"Die Überzahlung der Werkleitung des WAZV Arnstadt, die unentgeltliche
Nutzung der Dienstfahrzeuge und die zu geringe Erhebung von Straßenentwässerungsgebühren,
die zu zusätzlichen Belastungen bei den Bürgern führen, stehen
in der Kritik des Landesrechnungshofes", informiert Frank Kuschel, Politiker
der LINKEN.
Im aktuellen Bericht des Landesrechnungshofes wird der Wasser- und Abwasserzweckverband
Arnstadt mehrfach, wenn auch anonymisiert, kritisiert und der Landrat als Rechtsaufsichtsbehörde
zum Handeln aufgefordert.
So bemängelt der Landesrechnungshof die Überzahlung der Werkleitung.
Seit 2001 erhalten die beiden Werkleiter eine Vergütung, die oberhalb der
tariflichen Vergütungssätze liegt. Dies ist umso verwunderlicher,
weil der WAZV ein kommunaler Eigenbetrieb ist und hier das Tarifrecht des öffentlichen
Dienstes gilt. Eine Genehmigung des Innenministeriums für diese übertarifliche
Bezahlung liegt nicht vor. Deshalb geht der Landesrechnungshof davon aus, dass
diese Überzahlung der Werkleitung schwebend unwirksam ist, was zu einer
Rückzahlung führen könnte.
Zudem weist der Landesrechnungshof darauf hin, dass diese Überzahlungen
der Werkleitung keinesfalls gebührenfähig sind. Bisher mussten die
Gebührenzahler diese Zusatzkosten tragen. Geht es nach dem Landesrechnungshof,
müssten die Mitgliedsgemeinden jedoch hierfür aufkommen.
Nach Überzeugung des Landesrechnungshofes werden die Gebührenzahler
in der Region Arnstadt zudem unberechtigt zusätzlich belastet, weil der
WAZV seinen Mitgliedsgemeinden seit 2004 die Straßenentwässerungsgebühren
zum Teil vollständig erlassen oder zu gering berechnet hat. Der Landesrechnungshof
beziffert den Schaden für die Gebührenpflichtigen auf über 300.000
EUR. Wörtlich heißt es im aktuellen Jahresbericht des Landesrechnungshofes:
"Neben der zu beanstandenden vorsätzlichen Nichtachtung der Rechtslage
führt das Verhalten des Zweckverbandes im Übrigen zu einer verzerrten
Wahrnehmung der Durchführung der öffentlichen Aufgaben. Die mangelnde
Transparenz bei gewährten Stundungen und dem anschließenden Erlass
von Forderungen ist ein weiterer Grund, die Rechtsaufsicht nachdrücklich
aufzufordern, tätig zu werden."
Bisher ist aber scheinbar nichts geschehen. "Es ist völlig inakzeptabel,
dass im WAZV weiterhin rechtlich fragwürdige oder rechtswidrige Zustände
geduldet werden und die Bürger die Zeche dafür zahlen müssen",
kritisiert der Linkspolitiker. Bisher verweigern die Verbandsführung und
der Verbandsvorsitzende Günzel (Bürgermeister Stadtilm, SPD) jegliche
Auskünfte sowohl gegenüber der Öffentlichkeit als auch gegenüber
dem Verbraucherbeirat. "Da stellt sich schon die Frage, in welchem Interesse
eigentlich der Zweckverband handelt", so Frank Kuschel.
Zwischenzeitlich beschäftigt sich auch die Staatsanwaltschaft mit den Vorgängen
im WAZV.
Der Landtagsabgeordnete der LINKEN informiert abschließend darüber,
dass der Jahresbericht des Landesrechnungshofes in absehbarer Zeit im Landtag
und seinen Ausschüssen zur Diskussion steht und es dabei auch im das Nichthandeln
des Landrates gehen wird.
15.8.2011