Entgegen aller
Bekundungen fällt dem CDU-Landrat des Ilm-Kreises, Dr. Benno Kaufhold,
immer noch schwer, seine Verwaltung bürgernah auszurichten.
Jüngstes Beispiel hierfür ist die beabsichtigte Art und Weise der
Bearbeitung von Widersprüchen gegen Abwasserbeitragsbescheide des Wasser-
und Abwasserzweckverbandes Arnstadt und Umgebung (WAZV).
Der Arnstädter Zweckverband hat Ende 2007 rund 7.000 Abwasserbescheide
erlassen.
Dagegen wurden nahezu 3.000 Widersprüche eingelegt. 500 Widersprüche
konnten zugunsten der Bürger durch den Verband selbst positiv entschieden
werden.
Die übrigen Widersprüche, also rund 2.500, gehen zur endgültigen
Entscheidung zur Kommunalaufsicht beim Landratsamt.
Um den Aufwand der Widerspruchsbearbeitung beim Landkreis möglichst gering
zu halten, hat der Sprecher der Bürgerinitiativen dem Landrat vorgeschlagen,
zwei so genannte Musterverfahren durchzuführen. Dabei müssten
nur zwei Widersprüche und in der Folge Klagen bearbeitet werden. Für
die übrigen Widersprüche würden die Entscheidungen des Musterverfahrens
Anwendung finden. Eine solche Verfahrensweise wäre im Interesse aller Beteiligten.
Das Landratsamt würde erhebliche Aufwendungen und Kosten sparen, da nur
zwei anstatt 2.500 Widersprüche bearbeitet werden müssten. Für
die Widerspruchsführer würde vergleichsweise schnell Rechtsklarheit
geschafft werden.
Es ist unverständlich, weshalb der Landrat gegen ein solches vorgeschlagenes
Musterverfahren Bedenken hat. In anderen Landkreisen und selbst
beim Landesverwaltungsamt sind derartige Musterverfahren üblich.
Der Landrat sollte durch seine bisherige Verweigerungshaltung nicht den Eindruck
erwecken, er würde die Bürger für die Inanspruchnahme ihrer Rechte
bewusst mit bürokratischen Aufwand und Kosten bestrafen.
Vor einigen Monaten hat der Amtsvorgänger des Landrats bereits in ähnlichen
Fällen gegen die Bürger entschieden und dabei für die Verwaltung
Mehrkosten im fünfstelligen Bereich verursacht. Der jetzige Landrat sollte
diese Tradition seines Amtsvorgängers nicht fortsetzen, sondern
vielmehr mit dem Sprecherrat der Bürgerinitiativen nach einer einvernehmlichen
Lösung suchen.
Für die Bürgerinitiativen
Michael Ludwig, Frank Trefflich, Hans-Günter Rittermann