"Auf Druck
der Landtagsfraktionen DIE LINKE sieht sich die CDU-Landesregierung veranlasst,
die Zinsbeihilfen für die Stundung von Abwasser- und Straßenausbaubeiträgen
auch zukünftig zu zahlen", erklärt der kommunalpolitische Sprecher
der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Frank Kuschel.
Auch die SPD-Landtagsfraktion unterstützte diese Forderung.
Die CDU-Landesregierung hatte zunächst beabsichtigt, ab diesem Jahr die
Zinsbeihilfe nicht mehr zu zahlen, obwohl die entsprechende Förderrichtlinie
bis Ende 2009 gilt.
Dies hatte gerade in der Region Arnstadt für Irritationen gesorgt. Hier
hatte der Zweckverband Ende des vergangenen Jahres Abwasserbeiträge erhoben.
Eine Vielzahl der Bürger wollten von der Möglichkeit der zinslosen
Stundung und Ratenzahlung Gebrauch machen.
Bereits nachdem der Wasser- und Abwasserzweckverband Arnstadt (WAZV) im Januar
diesen Jahres den Bürgern mitteilte, dass das Land offensichtlich die Zinsbeihilfen
nicht mehr zahlen will, hat sich die Landtagsfraktion der LINKEN intensiv um
eine Klärung in der Sache bemüht. Auf Anfrage des Landtagsabgeordneten
Frank Kuschel, der auch Stadtrat in Arnstadt ist und aktiv im Bündnis für
Gebührengerechtigkeit Arnstadt mitarbeitet, musste die Landesregierung
Ende Februar eingestehen, dass es noch einen erheblichen Bedarf für diese
Zinsbeihilfen gibt.
Allein in den ersten zwei Monaten diesen Jahres hatten 34 Zweckverbände
und 67 Gemeinden Erstattungsanträge beim Land gestellt.
DIE LINKE und die SPD-Landtagsfraktion hatten daraufhin das Thema im Innenausschuss
des Thüringer Landtages behandeln lassen. Der Thüringer Innenminister
erklärte in der Innenausschusssitzung am 14. März 2008, dass das Land
seine ursprüngliche Absicht der Streichung der Zinsbeihilfe nicht mehr
verfolgt. Vielmehr soll die Zinsbeihilfe - wie bisher - bis Ende 2009 weiter
gezahlt werden. Hierzu würden zurzeit die erforderlichen Absprachen mit
dem Finanzministerium geführt.
Die CDU-Fraktion erklärte, dass sie diese Pläne des Innenministers
unterstützt.
"Somit können auch die Bürger der Gemeinden im Bereich des WAZV
davon ausgehen, dass bei der Stundung von Abwasserbeiträgen das Land die
Zinsen erstattet", so Frank Kuschel weiter.
Der Vorwurf des Bürgermeisters der Gemeinde Gossel, Andreas Gundermann
(CDU), die Landtagsabgeordneten aus dem Ilm-Kreis hätten diesem Vorgang
nicht die genügende Aufmerksamkeit gewidmet, trifft nicht auf alle Landtagsabgeordneten
des Ilm-Kreises zu. Die drei Landtagsabgeordneten der LINKEN, Petra Enders,
Sabine Berninger und Frank Kuschel, haben in den letzten Wochen sehr intensiv
im Landtag für eine Lösung im Sinne der Bürger gewirkt, was offenbar
auch zum Erfolg geführt hat.
"Die von Andreas Gundermann thematisierte mögliche Gebührenerhöhung
im WAZV aufgrund der Zinsübernahmen durch den Zweckverband dürfte
somit auch vom Tisch sein", ist sich der Linkspolitiker sicher.
"Der Sprecherrat der Bürgerinitiativen wird sich in seiner Sitzung
am 4. April 2008 nochmals mit der Problematik "Zinsbeihilfe" beschäftigen",
informiert Frank Kuschel abschließend.
28.03.2008