Weiter Investitionen
in Millionenhöhe
Die Reihe seiner Betriebsbesuche setzte Arnstadts Bürgermeister gestern
im Eigenbetrieb des Wasser-/Abwasserzweckverbandes Arnstadt und Umgebung fort.
ARNSTADT. Der Termin
- zehn Jahre nach dem letzten offiziellen Bürgermeister-Besuch im Schönbrunn
- sei eher zufällig zustande gekommen und habe nichts mit den derzeitigen
Beitragsquerelen zu tun, meinte Eberhard Weidel von der Stadtmarketing, der
die Besuche organisiert. Dennoch ging es um nichts anderes als um Investitionen,
Globalberechnung, Anschlussgrad, Bittstädt, Beitragsfinanzierung und vollbiologische
Kläranlagen.
Der Zweckverband war gegen Ende des vorigen Jahres wegen seiner Abwasserbeiträge
unter Beschuss geraten, die er Grundstücksbesitzern in Rechnung stellte,
deren Ortschaften bislang keinen einzigen neuen Kanal gesehen haben. In teils
heftig geführten Diskussionen auf Bürgerversammlungen geriet auch
immer wieder die Beitragshöhe in die Kritik, wurde dem WAZV mangelnde Transparenz
vorgeworfen. Ein Bürgerbündnis forderte gar Verbandsauflösung.
Dass ohne "Gegenleistung" bereits eine Beitragsschuld entstanden sein
soll, sei "schwer zu vermitteln", räumte Peter Fidelak, der Technische
Leiter des WAZV, zum wiederholten Mal und mit Blick auf die abgelaufene Verjährungsfrist
zum 31.12. ein. Der Verband könne auf die Einnahmen aber nicht verzichten,
sollten die Investitionen nicht zurückgefahren werden.
Und die sind weiter dringend notwendig - mit dem Erlass des geänderten
Thüringer Wassergesetzes haben die Zweckverbände ihr Abwasserbeseitigungskonzept
zu überarbeiten und darin grundstücksbezogen auszuweisen, wer in den
nächsten 15 Jahren an eine zentrale Kläranlage angeschlossen wird.
Es ist anzunehmen, dass diese Ausweisung Regelungen zur Errichtung vollbiologischer
Kläranlagen nach sich zieht, wie Fidelak betonte. Für deren Anschaffung
muss mit Kosten zwischen 3000 und 5000 Euro gerechnet werden, dazu Strom sowie
regelmäßige Klärschlammentsorgung und Wartung der Anlage durch
den Fachmann. Der Gesetzentwurf liegt derzeit beim Gemeinde- und Städtebund
aus.
Bürgermeister Hans-Christian Köllmer stellte sich ausdrücklich
hinter den Verband, der in diesem Jahr wieder Investitionen für sieben
Millionen Euro plant.
Thüringer
Allgemeine vom 31.01.2008