Baukultur in Wernshausen wird endgültig weggesprengt

„Trotz massiver Proteste engagierter Bürger, Denkmalschützer, Kulturschaffender, Künstler und Politiker der LINKEN wird mit der Kammgarnspinnerei Wernshausen am 1. August 2009 ein weiteres Stück Thüringer Baukultur im wahrsten Sinne des Wortes weggesprengt“, kritisiert der Landtagsabgeordnete der LINKEN Frank Kuschel.
Obwohl die Denkmalschutzbehörden des Landes den Totalabriss der Kammgarnspinnerei energisch widersprachen, hat die CDU-Landesregierung unter aktiver Mitwirkung von Kommunalpolitikern der CDU und SPD die Vernichtung dieser einmaligen Baukultur in Südthüringen aus fragwürdigen wirtschaftspolitischen Erwägungen vorangetrieben.
Bisher gibt es keinen ernsthaften Investor für das Areal. Trotzdem wurde dem Abriss der Kammgarnspinnerei seitens der Landesregierung stattgegeben, um so neue Gewerbeflächen zu schaffen.
„Dabei wäre es auch möglich gewesen, das Areal für eine künftige gewerbliche Nutzung zu erschließen, ohne die historische Bausubstanz zu vernichten“, ist Frank Kuschel überzeugt.
Die historischen Gebäude befanden sich am Rande des Gebietes und nahmen weniger als 10 % der Gesamtfläche ein. Die Sprengung der Maschinenhalle am 1. August ist der Höhepunkt und Abschluss dieser Abriss- und Vernichtungspolitik.
Aber nicht nur dass die CDU-Landesregierung den Totalabriss ermöglichte, er wurde und wird sogar mit Millionenbeträgen gefördert.
„Nur ein Teil dieser öffentlichen Fördermittel hätten ausgereicht, die denkmalgeschützten Gebäude zunächst zu sichern und über eine künftige Nutzung zu entscheiden“, erläutert der Linkspolitiker.
Für die künftige Nutzung gab es zahlreiche interessante Vorschläge von Bürgern. Bedenklich ist zudem, dass über eine Petition an den Thüringer Landtag, die sich gegen den Totalabriss richtete, noch nicht abschließend entschieden ist, nun aber mit der Sprengung des letzten Gebäudes vollendete Tatsachen geschaffen werden.
„Im Jahr der Demokratie  ein bedenklicher Vorgang und Brüskierung der Bürger und des Parlaments“, so der Landtagsabgeordnete.
Mit diesem weiteren Beleg der Unkultur hat die CDU ihren eigenen Regierungsanspruch endgültig selbst infrage gestellt und aufgegeben.
„Wer so mit Industriegeschichte umgeht, ist unfähig, die Herausforderung der Gegenwart und Zukunft zu bewältigen“, so Frank Kuschel abschließend.

31.07.2009