Land greift
massiv in Finanzautonomie der Kommunen ein
"Mit
dem jüngst vorgelegten Entwurf für eine Neugestaltung des Kommunalen
Finanzausgleichs greift die Landesregierung massiv in die finanzielle Autonomie
der Kommunen ein und unterläuft damit offensichtlich die Vorgaben des Verfassungsgerichtes",
informiert der kommunalpolitische Sprecher der Linkspartei.PDS-Landtagsfraktion,
Frank Kuschel, nach der heutigen Sitzung des Innenausschusses.
Auf Antrag der
Linksfraktion musste die Landesregierung ihre Beweggründe für die beabsichtigten
Neuregelungen darstellen und begründen, weshalb sie die Landeszuweisungen
an die Kommunen radikal kürzen will. Insbesondere der ausgeübte Zwang
zur Erhöhung der kommunalen Steuern sei nicht nachvollziehbar. "Wenn
sich der Ministerpräsident bundesweit für eine Senkung der Steuerlast
für Unternehmen ausspricht ist nicht verständlich, weshalb nun die Kommunen
ihre Gewerbesteuer drastisch anheben sollen", hinterfragt der Parlamentarier.
Nach
Auffassung des Kommunalexperten ist die inzwischen abgeschlossene Datenerhebung
zur Ermittlung des Finanzbedarfs für die Pflichtaufgaben äußerst
fragwürdig, blieb doch der kommunale Finanzbedarf für die Erhaltung
der kommunalen Infrastruktur außer Betracht. Nach Vorstellung der Landesregierung
sollen die Kommunen ab dem kommenden Haushaltsjahr alle Investitionen aus eigener
Kraft schultern können, und dies bei massiv gekürzten Zuweisungen. Während
die Kommunen 1993 noch für insgesamt 1,77 Mrd. EUR Investitionen tätigen
konnten schmolzen die kommunalen Investitionen 2005 auf magere 261 Mio. EUR ab.
Für die kommenden Jahre werden weitere drastische Rückgänge erwartet,
mit allen negativen Folgen für die Wirtschaft und die Substanzsicherung.
"Es kann nicht sein, dass die Kommunen künftig so wenige Landeszuweisungen
erhalten, dass sie nicht einmal das erhalten können, was gegenwärtig
vorhanden ist. Hier ist dringend eine Überarbeitung des Gesetzentwurfes erforderlich",
fordert abschließend Frank Kuschel.
Erfurt, 01.06.2007