Mieter zahlen für Bieterverfahren
"Nicht nur,
dass der CDU-Bürgermeister von Zeulenroda-Triebes, Frank Steinwachs, durch
den beabsichtigten Kauf der kommunalen Wohnungen die Mieter in eine unsichere
Zukunft schicken will, nein, jetzt sollen sie auch noch die Kosten für
der Eröffnung des so genannten Bieterverfahrens tragen", kritisiert
der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel.
Frank Kuschel, der die Antragsteller für ein Bürgerbegehren zur Verhinderung
des Ausverkaufs der kommunalen Wohnungen in Zeulenroda berät und unterstützt,
liegen Informationen vor, wonach nur die Kosten für die Eröffnung
des Bieterverfahrens zum geplanten Wohnungsverkauf 130.000 EUR kosten soll.
Weil die Wohnungsbaugesellschaft Zeulenroda angeblich die Kosten zur Zeit nicht
aufbringen kann, soll die Stadt ihrem Unternehmen ein zweckgebundenes Darlehen
gewähren. Die Darlehensrückzahlung erfolgt aus den Mieteinnahmen.
"Der Vorgang ist aus mehreren Gründen erstaunlich", so Frank
Kuschel.
Obwohl der Stadtrat nur unzureichende Informationen zur gegenwärtigen Finanzlage
der Wohnungsbaugesellschaft hat, weil die Abrechnung für 2007 noch nicht
vorliegt, soll das Darlehen bestätigt werden. Die Zahlen für 2006
lassen bei der Wohnungsbaugesellschaft Liquiditätsprobleme nicht einmal
ansatzweise erkennen. Zudem ist die Finanzlage der Stadt offenbar so gut, dass
ohne Probleme das Darlehen aus der allgemeinen Rücklage gewährt werden
kann. Andererseits behauptet jedoch der Bürgermeister, dass die Stadt nicht
in der Lage sei, für Umschuldungskredite ihrer Gesellschaft zu bürgen.
Mit Blick auf das laufende Klageverfahren zum abgelehnten Antrag für ein
Bürgerbegehren zur Verhinderung des Ausverkaufs der kommunalen Wohnungen
deutet manches darauf hin, dass der Bürgermeister offenbar den Eindruck
schaffen will, dass die Wohnungsbaugesellschaft finanziell angeschlagen ist
und deshalb die Stadt aushelfen muss.
"Mit solchen durchschaubaren Manövern wird Herr Steinwachs das Bürgerbegehren
nicht verhindern können", ist sich der Linkspolitiker sicher.
Keinesfalls dürfen die Mieter die Kosten für das Bieterverfahren zum
Verkauf ihrer Wohnungen tragen. Ihr ist der Bürgermeister gefordert. Die
Kosten müssen die tragen, die ein Interesse und die Verantwortung für
Wohnungsverkauf haben. Zudem sollte der Bürgermeister umgehend die aktuellen
Betriebszahlen für die Wohnungsbaugesellschaft vorlegen. "Es wird
immer deutlicher, dass der Verkauf der Wohnungen die schlechteste und teuerste
Lösung der bestehenden Probleme in Zeulenroda ist", so Frank Kuschel
abschließend.
Erfurt, 11.09.2008