Offensichtlicher
Täuschungsversuch der Landesregierung
"Dass
die Landesregierung kein Konzept für die Lösung der Abwasserprobleme
hat, wird an dem offensichtlichen Täuschungsversuch der angeblichen Freiwilligkeit
für die Sanierung von Kleinkläranlagen deutlich", erklärt
der kommunalpolitische Sprecher der LINKEN Fraktion im Thüringer Landtag,
Frank Kuschel.
Nach Aussagen des Staatssekretärs im Umweltministerium
werde geplant, für die Modernisierung von Kleinkläranlagen rund 2,5
Mio. EUR bereitzustellen. Die Fördermittel des Landes würden an die
Planungen der kommunalen Aufgabenträger für die Abwasserentsorgung gebunden.
Erst wenn diese das betroffene Grundstück nicht an eine zentrale Kläranlage
anschließen wollen, würde die Modernisierungsbeihilfe des Landes für
eine Kleinkläranlage bewilligt. "Wenn die Landesregierung einen fast
zehnfach höheren Betrag für den Anschluss an eine zentrale Kläranlage
ausgeben will, belegt dies die weitere einseitige Orientierung auf die zentralen
Anlagen. Von einer Kehrwende in der Abwasserpolitik kann deshalb nicht gesprochen
werden", betont der Abgeordnete.
Nach Berechnungen des Landespolitikers
würden die von der Landesregierung in Aussicht gestellten Fördermittel
für knapp 2.500 Kleinkläranlagen reichen. Im Vergleich zu den rund 250.000
Anlagen sei dies ein "lächerlicher Betrag", der in der Praxis keine
ökologische und finanzielle Wirkung entfalten könnte. "Die Landesregierung
ist gefordert, einen radikalen Kurswechsel in der Abwasserpolitik einzuleiten.
Sie könnte ohne weiteren Zeitverlust auf die Erfahrungen von Sachsen zurückgreifen,
wo seit einigen Jahren die dezentrale Abwasserbehandlung massiv gefördert
wird", fordert abschließend Frank Kuschel.
Erfurt,
20.08.2007