"Der heute
vorgestellte Haushaltsentwurf 2010 zeigt die ganze Hilf- und Konzeptionslosigkeit
der Landesregierung", erklärt Frank Kuschel, Kommunalpolitiker der
LINKEN-Fraktion. CDU und SPD verwalteten mehr oder weniger gut dieses Land,
anstatt gestalterisch zu wirken. "Die Landesregierung setzt auf das Prinzip
Hoffnung, indem sie glaubt, in den nächsten Jahren wieder einen Haushalt
ohne neue Schulden vorlegen zu können."
"Jetzt wird deutlich, welche fatalen Folgen die Politik der alten CDU-Landesregierung
für Thüringen hat. Durch die Zustimmung der Landesregierung zu allen
Steuerrechtsänderungen im Bundesrat verliert Thüringen pro Jahr rund
eine Milliarde Euro." Genau diese Summe fehle 2010 im Landeshaushalt. Die
Landesregierung habe weder den Willen noch eine Vorstellung, die Finanzbeziehungen
zwischen Bund und Ländern neu zu ordnen, ist Frank Kuschel überzeugt.
"Notwendig ist eine Föderalismusreform III, weil die Reformen I und
II völlig gescheitert sind."
Verlierer der Haushaltspolitik des Landes bleiben auch in diesem Jahr die Kommunen.
Entgegen den Ankündigungen führt auch die neue Landesregierung die
fragwürdige Bedarfsermittlung bei den Kommunen fort, was diese um mindestens
300 Millionen Euro pro Jahr benachteiligt. "Enttäuschend ist, dass
sich Innenminister Huber für diese Politik hergibt, war er es doch, der
noch 2005 für die SPD den bedarfsorientierten Finanzausgleich beim Verfassungsgerichtshof
erstritten hat", so der Linkspolitiker.
Skandalös sei die Auffassung der Landesregierung, dass die Kommunen in
diesem Jahr nur weniger als 20 Millionen Euro Steuerausfälle zu verkraften
hätten und zudem bei den Kosten der Unterkunft für Hartz IV-Empfänger
sogar 12 Millionen Euro sparen. Frank Kuschel protestiert gegen eine solche
"Ausblendung der Realitäten". Bereits 2009 mussten die Thüringer
Kommunen über 100 Millionen Euro Steuermindereinnahmen hinnehmen, 2010
werden es mehr als 150 Millionen sein. Für die Kosten der Unterkunft werden
die Kommunen in diesem Jahr 30 Millionen Euro zusätzlich aufbringen müssen.
"Wir fordern die Landesregierung auf, die Vorgaben des Verfassungsgerichts
beim kommunalen Finanzausgleich nicht länger zu missachten", betont
Frank Kuschel.
9.2.2010