"Gerade nach
diesem strengen Winter stehen die Schlaglöcher in den Gemeindestraßen
exemplarisch für die Haushaltslöcher der Kommunen. Für die Miesere,
dass kaum Geld für Reparaturen vorhanden ist, sind aber nicht die Kommunalpolitiker
zur Rechenschaft zu ziehen, sondern das Land!" stellt der kommunalpolitische
Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel, klar.
Bereits seit Jahren würden die Kommunen nicht über das notwendige
Geld verfügen, um alle Instandhaltungsmaßnahmen der kommunalen Infrastruktur
finanzieren zu können. Insgesamt müssten die Gemeinden, Städte
und Landkreis rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr investieren. Seit Jahren liege
die Investitionsquote bei kaum 50 Prozent des notwendigen Investitionsvolumens.
"Diese unterlassene Werterhaltung ist in einzelnen Bereichen kaum zu sehen.
So bekommt man beispielsweise das Bröckeln von Leitungen in der Erde nicht
zu sehen. Die aktuelle Schlagloch-Problematik ist dagegen sowohl seh- als aus
deutlich spürbar", betont der Parlamentarier.
Als wenig hilfreich bewertet der Kommunalexperte den Versuch des Bürgermeisters
aus Niederzimmern, Christoph Schmidt-Rode (CDU), der die Schlaglöcher in
den Gemeindestraßen öffentlichkeitswirksam verkaufen wolle. Kuschel
weist darauf hin, dass der ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde in
seinem Hauptberuf im Thüringer Innenministerium das Haushaltsreferat leite.
Damit sei er auch für die Kommunalfinanzen der Kommunen zuständig.
"Es ist höchst unanständig, wenn Herr Schmidt-Rose für die
prekäre Situation der Kommunen innerhalb der Landesregierung mitverantwortlich
ist und mit der Schlaglochaktion von seinem eigenen Agieren auf Landesebene
abzulenken versucht", kritisiert Kuschel.
Der Kommunalpolitiker kündigt eine Kleine Anfrage zur Finanzsituation der
Gemeinde Niederzimmern an die Landesregierung an. "Ich bin schon gespannt,
in welcher Qualität die Landesregierung die Antworten ausfertigt",
sagt abschließend Kuschel.