Als "lupenreinen
Schildbürgerstreich" bezeichnet die verkehrspolitische Sprecherin
der Fraktion DIE LINKE, Dr. Gudrun Lukin, dass die Kommunen und das Land zahlreiche
Verkehrszeichen austauschen müssen, weil in der geänderten Straßenverkehrsordnung
versäumt wurde, die Gültigkeit bisheriger Verkehrsschilder zu regeln.
Aus nicht erklärlichen Erwägungen haben Bund und Länder diese
Situation herbeigeführt, die nicht nur Rechtsunsicherheit schafft, sondern
auch noch Millionen kosten wird.
"Die Landesregierung muss umgehend für eine Korrektur sorgen",
fordert Frank Kuschel, Kommunalpolitiker der LINKEN im Landtag. Es seien keine
Gründe erkennbar, weshalb bisherige Verkehrsschilder zumindest für
eine Übergangszeit nicht weiter gültig sein sollen. Man braucht keine
große Phantasie, um zu erahnen, dass vielfältige Rechtsstreitigkeiten
bei Verkehrsverstößen drohen, nur weil Verkehrszeichen nicht mehr
gültig sind. "Das verkehrsgerechte Verhalten wird dadurch kaum gefördert",
ist Frau Lukin überzeugt. Nicht zuletzt geht es jedoch auch ums Geld. Nach
Schätzungen der kommunalen Spitzenverbände verursacht der Schilderaustausch
bundesweit Kosten von 200 bis 400 Millionen Euro. "Für die Thüringer
Kommunen wären dies 5 bis 10 Millionen Euro", rechnet Frank Kuschel
vor. Für das Flicken von Schlaglöchern fehle das Geld, aber für
den Schildertausch müsse es da sein. "Das Unverständnis der Bürger
ist zurecht vorprogrammiert", so Kuschel.
Durch eine Anfrage will DIE LINKE zunächst von der Landesregierung wissen,
wie sie die Situation bewertet und was sie eventuell ändern will. Das Thema
wird zudem auf Antrag der Linksfraktion im Verkehrsausschuss diskutiert.
12.4.2010