"Das Konzept der Landesregierung, die finanzielle Schieflage bei den Kommunen
durch Ausgabenkürzungen in den Griff zu bekommen, hat sich als Irrweg herausgestellt
und ist gescheitert", so die Einschätzung des kommunalpolitischen
Sprechers der Landtagsfraktion DIE LINKE Frank Kuschel.
Wieder einmal verhandeln Land und Kommunen über mögliche Ausgabenkürzungen.
Der Position des Thüringer Gemeinde- und Städtebundes, wonach defacto
keine Kürzungsmöglichkeiten bestehen, wird seitens der LINKEN zugestimmt.
"Die Thüringer Kommunen haben kein vorrangiges Ausgabenproblem, sondern
vielmehr ein Einnahmenproblem", ist Frank Kuschel überzeugt. Allein
durch die Steuerrechtsänderung der letzten zehn Jahre verlieren die Thüringer
Kommunen zwischenzeitlich nahezu 400 Millionen EUR pro Jahr. Das Unvermögen
des Landes, in Verhandlung mit dem Bund für eine angemessene Finanzausstattung
der Kommunen zu sorgen, soll nun auf den Rücken der Kommunen und der Bür-ger
gelöst werden. Die Kürzungsvorschläge des Landes sind dabei zum
Teil abenteuerlich. Wer beim Brandschutz und den Freiwilligen Feuerwehren kürzen
will, nimmt letztlich höhere Brandrisiken in Kauf. Grünanlagen nicht
mehr zu pflegen, beeinträchtigt letztlich das Erscheinungsbild der Städte
und Gemeinden. Durch die Streichung so genannter freiwilliger Sozialausgaben
werden zwar kurzfristig Gelder gespart, die sich aber sehr schnell bei steigenden
Pflichtausgaben niederschlagen und somit auch für den Haushalt keine Effekte
bringen.
"Es gibt letztlich bei den Kommunen nur noch ein Bereich, der spürbare
Auswirkungen für die Haushalte bringen würde und dies ist eine konsequente
Verwaltungs- und Gebietsreform, bei der das Land aber blockiert", so die
Einschätzung des Linkspolitikers. Dabei geht es gar nicht vorrangig um
Einsparungen, sondern um Stärkung kommunaler Leistungskraft, was viel mehr
für die Haushalte bringt als kurzfristige "Spareffekte".
Die Landesregierung sollte nun endlich aufhören, immer mehr Arbeitsgruppen
ins Leben zu rufen und endlose Diskussionen über Ausgabenkürzungen
zu führen, die letztlich kaum zählbares hervorbringen. "Diese
Form des Aktionismus muss endlich durch konkretes Handeln ersetzt erden",
fordert Kuschel. Dazu zählt eine angemessene Finanzausstattung, auch durch
die Rücknahme der Steuerkürzungen für Kommunen und eine durchdachte
Verwaltungs- und Gebietsreform in Thüringen.
21.6.2010