"Aus Erfahrung
der vergangenen Jahre mit zahlreichen Reformversuchen ist nur davor zu warnen,
eine Umsetzung ohne ernsthafte Beteiligung der Betroffenen durchzuziehen",
warnt der Abgeordnete der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel, angesichts
der geplanten Umstrukturierung der Thüringer Polizei.
Zu den vordergründig Betroffenen gehören für den Linkspolitiker
die Beschäftigten und die Kommunen. Bereits im Zusammenhang mit der Kommunalisierung
der Staatlichen Umweltämter und der Staatlichen Versorgungsämter habe
sich gezeigt, dass es ein großer Fehler der Althaus-Regierung gewesen
sei, die Hinweise und Erfahrungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ignorieren.
Bei der nunmehr vorgesehenen Kommunalisierung von Aufgaben der Polizei sei es
unverständlich, weshalb die Bürgermeister und Landräte solche
politischen Vorhaben aus den Medien entnehmen müssten. "Wenn jetzt
wieder etwas durch die Ministerialbürokratie ohne Hinzuziehung von Sachverstand
durchgesetzt wird, muss letztlich wieder der Steuerzahler herhalten", befürchtet
der Parlamentarier.
Der Kommunalexperte fordert die Landesregierung auf, eine mögliche Polizeireform
nicht von einer grundsätzlichen Funktional-, Verwaltungs- und Gebietsreform
zu trennen. So lange nicht klar sei, in welche Richtung das Land langfristig
entwickelt werde, müssten vorschnelle Aktivitäten des Augenblicks
zurückgestellt werden. "Es macht keinen Sinn, Aufgaben des Landes
in die derzeit viel zu kleingliedrige Kommunalstruktur zu geben. Damit wird
nur ein neues Behördenchaos und letztlich auch wieder nur Stückwerk
produziert, das man im Interesse der Bürgerinnen und Bürger besser
vermeiden sollte", fordert abschließend Kuschel.
27.7.2010