Es bedurfte keiner
Worte. Beim Kaffeetrinken an der B 62 wurde Bundestagsabgeordneter Sabine Leidig
(Linke) schnell klar, warum Leimbach auf den Baubeginn der Ortsumgehung drängt.
Leimbach - Die Bundestagsgruppe Hessen-Thüringen der Linken stattete dem
Wartburgkreis einen zweitägigen Besuch ab (wir berichteten). Dabei ging
es nicht um die touristischen Reize, die die Region zu bieten hat, sondern um
Probleme. Neben der Salzeinleitung in die Werra beschäftigte man sich unter
anderem mit den Themen "Kultur in Zeiten knapper Kassen" und "Kann
die Bundeswehr in Afghanistan Frieden bringen".
In Leimbach hatten die Linken aus dem Wartburgkreis und Landtagsmitglied Frank
Kuschel eine besondere Demonstration für Bundestagsabgeordnete Sabine Leidig
vorbereitet. Mitten im Ort, direkt an der B 62, stand eine gedeckte Kaffeetafel.
Aus dem Plausch mit der verkehrspolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag,
Bürgermeistern aus der Region und Vertretern der Bürgerinitiativen
Leimbach und Barchfeld wurde allerdings nichts. Auto an Auto rauschte an der
Kaffeetafel vorbei - eine Unterhaltung schien unmöglich. Aber genau das
war Sinn und Zweck.
"Wir wollten aufmerksam machen, dass sich in Sachen Ortsumgehung unbedingt
etwas tun muss", erklärt Kreistagsmitglied Anja Müller (Linke).
Zwischen 17 000 und 24 000 Fahrzeuge schieben sich täglich durch den Ort,
"auf der A 71 sind es gerade mal 20 000", sagt Frank Schwarz, Vertreter
der Leimbacher Bürgerinitiative, die seit Jahren um den Bau der Ortsumgehung
kämpft. Ähnlich sieht es in Barchfeld aus. Auch hier leiden die Anwohner
unter der starken Verkehrsbelastung. Man habe in den letzten 20 Jahren viele
Versprechungen von Ministern und Abgeordneten gehört, erinnert sich Bad
Salzungens Bürgermeister Klaus Bohl, "eingehalten wurden sie aber
nicht." Im Moment allerdings habe er den Eindruck, dass sich das Land ernsthaft
bemühe, den Bau der Ortsumgehungen voranzutreiben. Verkehrsminister Carius
habe der B 62 oberste Priorität gegeben, "unsere Aufgabe ist es, dass
es dabei bleibt". Aufgabe der Bundestagsabgeordneten sollte es sein, dass
die Ortsumgehungen B 19 und B 62 trotz knapper Kassen in der Kategorie "vordringlicher
Bedarf" verbleiben.
Südthüringer Zeitung, 26.8.2010, mö