"Die Forderung
des stellvertretenden Ministerpräsidenten Matschie, dass Eisenach wieder
in den Wartburgkreis zurückkehren soll und somit die Kreisfreiheit in Frage
gestellt wird, ist richtig, aber völlig unglaubwürdig", erklärt
der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion Frank Kuschel.
Der Parlamentarier aus dem Wartburgkreis verweist darauf, dass seine Fraktion
bereits vor fast genau drei Jahren einen entsprechenden Gesetzentwurf in den
Landtag eingebracht hatte. Die SPD hatte sich damals einer sachorientierten
Debatte verweigert und den Gesetzentwurf ohne eigene Vorschläge abgelehnt.
Nunmehr prüft die Linksfraktion ihren damaligen Gesetzentwurf nach einer
Aktualisierung erneut in den Landtag einzubringen. "Jetzt dürfte es
für die SPD äußerst schwierig werden, unseren Vorschlag reflexartig
abzulehnen", betont Kuschel.
In diesem Zusammenhang werde DIE LINKE erneut ihre Vorschläge für
eine grundsätzliche Funktional-, Verwaltungs- und Gebietsreform thematisieren.
Immerhin müsse neben Eisenach für alle weiteren kreisfreien Städte
deren aktueller Status konkret betrachtet werden. Ohnehin seien die akuten Probleme
der Kommunen nicht mit einzelnen Gebietszuschnitten zu lösen. So würden
die Nöte von Eisenach nicht plötzlich durch eine Integration in den
Wartburgkreis verschwinden. "Das Land muss endlich seine Hausaufgaben machen
und ein Leitbild vorlegen, anhand dessen sich die Gemeinden, Städte und
Landkreise orientieren können. Nur dann lässt sich das Land umbauen
und zukunftsfest machen", fordert abschließend Kuschel.
7.9.2010