"Es ist völlig
indiskutabel, dass die Landesregierung immer noch keine Entscheidung zum Kommunalen
Finanzausgleich 2011 getroffen hat. Dadurch können die Kommunen ihre Haushalte
nicht rechtzeitig aufstellen", kritisiert der kommunalpolitische Sprecher
der Linksfraktion Frank Kuschel.
Er verweist darauf, dass die Kommunen eigentlich bis 30. November die Haushalte
für 2011 beschlossen haben müssen, damit rechtzeitig Zuschüsse
an Vereine und Projekte sowie Investitionsausgaben getätigt werden können.
Um diesen Termin zu halten, müssten die Verwaltungen spätestens im
Oktober die Haushaltsentwürfe den Gemeinde- und Stadträten sowie Kreistagen
zur Diskussion und Beschlussfassung vorlegen. "Das ist nur umsetzbar, wenn
die CDU/SPD-Landesregierung ihre Zusage hält und den KFA zusammen mit Landeshaushalt
am 7. Oktober vorlegt. Da es aber bis heute keine Einigung gibt und die Spitzenverbände
mindestens vier Wochen Anhörungszeit eingeräumt bekommen müssen,
ist bis Anfang Oktober ein geordnetes Vorlageverfahren nicht mehr zu sichern",
betont Kuschel.
"Die zu befürchtenden zeitlichen Verzögerungen werden die ohnehin
angespannte Situation in den Kommunen weiter verschärfen. Investitionen
werden verspätet, was gerade die örtliche Bauindustrie trifft. Viele
Vereine und Verbände werden nicht wissen, ob die benötigten kommunalen
Anteile für ihre Arbeit rechtzeitig überwiesen werden, und so auch
zu Personalkündigungen gezwungen sein", sagt Kuschel.
Wenn schon die Landesregierung den KFA nicht als Ganzes vorlegen kann, müssen
zumindest Eckdaten für die Planung den Kommunen übergeben werden",
fordert der Abgeordnete. Dies würde zumindest sichern, dass die Kommunen
für 2011 planen können. "Dabei dürfte es eigentlich über
den Kommunalen Finanzausgleich innerhalb der Landesregierung keinen großen
Streit geben. Der Verfassungsgerichtshof hat klare Vorgaben für die kommunalen
Finanzmittel gemacht, was ihr kaum Entscheidungsspielräume lässt",
ist der Landtagsabgeordnete überzeugt.
Das jetzige Agieren der Landesregierung zeige, wie berechtigt die laufende Kampagne
des DGB unter dem Motto "Kommunen in Not" ist. "Wir als LINKE
unterstützen diese Kampagne, auch um die Thüringer Landesregierung
zur Aufgabe ihrer Blockadepolitik zu zwingen", so Frank Kuschel abschließend.
14.9.2010