Zurückhaltung bei 380 kV-Leitung wegen Exklusiv-Vertrag mit Vattenfall?

"Ob zurückhaltende Position der Landesregierung beim Bau der 380 kV-Leitung durch den Thüringer Wald mit dem exklusiven Stromvertrag für sämtliche Landeseinrichtungen mit Vattenfall im Zusammenhang steht, kann man im Moment nur vermuten", erklärt der Landtagsabgeordnete der LINKEN, Frank Kuschel.
Der Parlamentarier wollte von der Landesregierung wissen, mit welchen Stromanbietern das Land seine Verträge gemacht hat. Aus der Antwort geht hervor, dass allein im letzten Jahr 120 Gigawattstunden an Strom verbraucht wurden. Dieser Strom wurde mit Ausnahme einer Immobilie neben der Staatskanzlei, ausschließlich von Vattenfall eingekauft. "Wir lehnen monopolistische Strukturen im Energiebereich aus guten Gründen ab. Auch die Landesregierung sollte sich überlegen, ob sie sich weiterhin von Vattenfall abhängig machen will. Bisher ist der Konzern nicht unbedingt positiv in Thüringen aufgetreten", betont der Abgeordnete.
An den aktuellen Vertrag ist das Land noch bis Ende 2011 gebunden. Für den Zeitraum danach müsse das Land sich einen oder mehrere neue Stromanbieter suchen. Der Parlamentarier fordert die Landesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass vor allem mit den regionalen Stromversorgern in Thüringen solche Verträge abgeschlossen werden. Dabei müsse die Landesregierung aus guten Gründen auf den Einkauf von Atomstrom verzichten. Der Anteil von bisher 22,4 Prozent aus regenerativer Erzeugung sei aus Gründen der Nachhaltigkeit deutlich zu steigern. Aus Sicht des Abgeordneten kommen hier vor allem die Ökostromtarife der Thüringer Stadtwerke in betracht. "Wenn sich die Landesregierung schon der Solarbranche in Thüringen rühmt, sollte sie auch eine aktive Rolle beim Stromverbrauch einnehmen. Dann wäre ihr Forderung, die Solarbranche in Thüringen zu fördern auch wirklich glaubwürdig", unterstreicht abschließend Frank Kuschel.

7.11.2010