"Fragwürdige Rechentricks des Landes belasten massiv die Finanzlage
der Thüringer Kommunen im Jahr 2011. Die Situation für Gemeinden und
Städte war noch nie so prekär", erklärt der kommunalpolitische
Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel, am Rande der Aktion
seiner Fraktion "das letzte Hemd der Kommunen". Abgeordnete der LINKEN
zeigten während der Haushaltsdebatte des Landtages stellvertretend für
die notleidenden Kommunen die Namen von einigen Städten, die auf Shirts
gedruckt waren.
Um auf die desolate Lage der Kommunen, die durch das Land wesentlich mit verursacht
wurde, hinzuweisen, hat DIE LINKE während der abschließenden Beratungen
zum Landeshaushalt und Kommunalen Finanzausgleich auf die vielen Gemeinden und
Städte hingewiesen, die bereits 2010 keinen Haushalt aufstellen oder nur
durch radikales Streichen von freiwilligen Leistungen die formalen gesetzlichen
Ansprüche erfüllen konnten. "Wer 2010 keinen Haushalt hatte,
wird 2011 erst recht keinen aufstellen können", betont der Landespolitiker
und informiert, dass in diesem Jahr mehr als 80 Gemeinden und Städte keinen
Haushalt hatten.
Als "vollkommen berechtigt und nachvollziehbar" bezeichnet Kuschel
die Proteste einzelner Bürgermeister zur Anhörung des Kommunalen Finanzausgleichs
am letzten Dienstag. Bedauerlicher Weise würden sich die Kommunen derzeit
noch viel zu stark darauf konzentrieren, den Mangel zu verwalten. "Auch
die Bürgermeister und Mitglieder in den Gemeinde- und Stadträten müssen
stärker als bisher gegenüber der Landesregierung deutlich machen,
zu welchen gravierenden Folgen die kommunalfeindliche Politik vor Ort führt",
fordert abschließend Frank Kuschel.
9.12.2010