"Thüringen
braucht keine zusätzliche Kommission, in der sich die zuständigen
Minister ohnehin nur treffen, um eine Funktional-, Verwaltungs- und Gebietsreform
zu zerreden. Wir brauchen endlich Taten!", erklärt der kommunalpolitische
Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel.
Mit völligem Unverständnis reagiert der Parlamentarier auf die Ankündigung
aus der Landesregierung, die eine Regierungskommission einsetzen wolle, um derartige
Reformen zu diskutieren. Die SPD wolle in der Kommission die Kreisgebiets- und
eine Funktionalreform erörtern. Dabei hatten Vertreter der CDU in den letzten
Wochen wiederholt deutlich gemacht, dass eine Gebietsreform prinzipiell ausgeschlossen
sei. Zudem wolle man sich zunächst auf das Gutachten konzentrieren, das
im Koalitionsvertrag vereinbart wurde. "Es überrascht schon, wenn
im Innenministerium noch nicht mal der Auftrag für ein Gutachten formuliert
wurde und plötzlich eine angebliche Expertenkommission Vorschläge
erarbeiten soll", meint Kuschel.
Der Landtagsabgeordnete informiert darüber, dass seine Fraktion für
den kommenden Freitag einen Dringlichkeitsantrag im Innenausschuss stellen werde,
mit dem das Gutachten der Landesregierung für die Gebietsreform thematisiert
wird. Dabei soll die Landesregierung erklären, was überhaupt Gegenstand
des Gutachtens sein soll. "Wir wollen sicher stellen, dass nicht ein Auftragsgutachten
bestellt wird, mit dem letztlich keine Handlungsempfehlungen einhergehen. Notwendig
sind vielmehr grundsätzliche Antworten auf solche Fragen, wie die Abschaffung
des Landesverwaltungsamtes und die Stärkung der kommunalen Ebene",
betont abschließend Frank Kuschel.
20.1.2011