"Die Kritik der Bürgerallianz gegen überhöhte Kommunalabgaben
ist berechtigt, wenn sich der Dialog des ehemaligen Innenministers Prof. Huber
darauf konzentrierte, die Vorschläge der Betroffenen zu ignorieren und
der neue Innenminister Geibert zum gleichen Thema gänzlich schweigt",
erklärt der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE,
Frank Kuschel.
Der Kommunalexperte kritisiert insbesondere, dass die Landesregierung mit ihrem
angeblich neuen Konzept zur Einbeziehung der Betroffenen unberechtigte Hoffnungen
wecke. Die Erfahrung zeige, dass die groß angekündigte Zusammenarbeit
mit den Bürgerinitiativen letztlich im Sande verlaufe. Von den vorgeschlagenen
Neuregelungen der Bürgerallianz fände sich nicht ein Vorschlag im
Gesetzentwurf der Landesregierung wieder. "Unabhängig davon, wie sich
die Innenminister gegenüber den Betroffenen verhalten, im Ergebnis unterscheidet
sich nichts zu früher: das Problemfeld Kommunalabgaben wird nicht grundsätzlich
angepackt", resümiert Kuschel.
Der Landtagsabgeordnete kündigt in diesem Zusammenhang an, dass sich auf
Verlangen seiner Fraktion der Innenausschuss in seiner nächsten Sitzung
mit dem Thema befassen müsse. Darin werde DIE LINKE auch den differenzierten
Umgang der Landtagsmehrheit aus CDU und SPD mit dem Problem thematisieren. So
hätten die beiden Koalitionsfraktionen eine öffentliche mündliche
Anhörung zum gemeinsamen Gesetzentwurf von DIE LINKE und den Grünen
verhindert. Nur zum Vorgang der Landesregierung habe es ein transparentes Verfahren
gegeben. "Offensichtlich sollte verhindert werden, dass bei der Gegenüberstellung
in der Öffentlichkeit festgestellt wird, wie rückständig das
Verständnis von sozial gerechten Kommunalabgaben innerhalb der Landesregierung
noch immer ist", betont abschließend Kuschel.
2.2.2011