(dpa) Erfurt. Die
Landesregierung plant nach Informationen von FDP und Linke Millionen-Einsparungen
bei den Kommunen. Demnach wird die Auftragskostenpauschale in diesem Jahr um
19 Millionen Euro gekürzt. Die Pauschale erhalten Kommunen für Dienstleistungen,
die sie für das Land erbringen, etwa Aufgaben im Katastrophenschutz. FDP-Innenexperte
Dirk Bergner sprach von willkürlichen Einsparungen. Es schade der Glaubwürdigkeit
des Landes, wenn Aufgaben auf Kommunen abgewälzt und dann in Gutsherrenart
das dafür ohnehin nicht zu üppig bereitgestellte Geld gekürzt
werde, erklärte er. "Ein solches Vorgehen nenne ich politische Zechprellerei."
Das Finanzministerium wollte die Kürzungen am Donnerstag weder bestätigen
noch dementieren und erklärte sich schlicht als nicht auskunftsfähig
in dieser Frage. "Es ist uns nicht qualifiziert möglich, eine Aussage
dazu zu treffen", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Er verwies darauf, dass
erst im Januar die Zuständigkeit für die insgesamt milliardenschweren
Zuschüsse des Landes an die Kommunen vom Innen- auf das Finanzressort übertragen
wurden.
Der Kommunalexperte der Linken-Fraktion, Frank Kuschel, sprach von "Chaos
innerhalb der Landesregierung", in der die eine Hand nicht wisse, was die
andere tue. Nach Angaben der Linken plant das Land in diesem Jahr nur noch 181
Millionen Euro als Auftragskostenpauschale an die Kommunen zu zahlen, nach rund
200 Millionen Euro im vorigen Jahr. Dabei sei unklar, wie die Landesregierung
zu der Neuberechnung komme, da bisher noch keine im Gesetz vorgesehene Verordnung
erlassen wurde. Die Kürzung sei nicht nachzuvollziehen, erklärte Kuschel.
Leipziger Volkszeitung, 4.2.2011