"Dass die
Landesregierung bei der Finanzierung der übertragenen Aufgaben kürzt,
ist schon deshalb nicht nachvollziehbar, weil den Kommunen nicht nur vorgeschrieben
wird, welche Aufgaben sie erfüllen müssen, sondern auch in welcher
Qualität die Aufgaben zu erbringen sind", sagt der kommunalpolitische
Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel, in Reaktion auf Pläne
der Landesregierung, die Auftragskostenpauschale kürzen zu wollen.
Das Land hat im Sinne des so genannten Konnexitätsprinzips sicherzustellen,
dass alle Aufgaben, die die Kommunen in Stellvertretung des Landes erbringen
müssen, auch durch das Land bezahlt werden. Deshalb macht die Landesverwaltung
in diesen Bereichen auch klare Vorgaben, wie die Leistungen zu erbringen sind.
Damit soll ausgeschlossen werden, dass die Kosten bei den Kommunen ausufern.
"Deshalb ist nicht erklärbar, wie die Landesregierung zu der irrigen
Auffassung gelangen konnte, die Gemeinden würden Geld des Landes verschwenden",
betont Kuschel.
Selbst gegenüber dem Innenausschuss habe der für die Kommunen zuständige
Innenminister zuletzt nicht erklären können, mit welchen Methoden
errechnet wurde, dass man angeblich fast 20 Mio. Euro bei den Gemeinden und
Gemeindeverbänden kürzen kann. Der anwesende Innenminister verweigerte
die Stellungnahme mit Hinweis auf die neue Zuständigkeit des Finanzministers.
"Wenn schon das Chaos innerhalb der Landesregierung dazu führt, dass
die eine Hand nicht weiß, was die andere Hand zu erklären hat, muss
künftig der Landtag wieder eine Verantwortung für solche Fragen übernehmen",
erklärt Frank Kuschel. Der Parlamentarier kündigt deshalb an, eine
entsprechende Gesetzesänderung zu erwägen und seiner Fraktion für
die Landtagssitzung Ende Februar vorzuschlagen.
4.2.2011