"Das beeindruckende
Ergebnis der Sammlung der Unterstützungsunterschriften für den Zulassungsantrag
des Volksbegehrens für sozial gerechte Kommunalabgaben in Thüringen
belegt, dass das Problem der Abwasser- und Straßenausbaubeiträge
durch Landesregierung und CDU und SPD nicht auszusitzen ist", erklärt
der kommunalpolitische Sprecher der LINKEN im Landtag Frank Kuschel.
Die Volksbegehrensinitiative hat heute 24.662 Unterstützungsunterschriften
für den Zulassungsantrag beim Thüringer Innenministerium zur Prüfung
abgegeben. Nur 5.000 Unterschriften wären notwendig gewesen. Das Ministerium
will bis Ende September die Prüfung abschließen. Dann wird der Zulassungsantrag
bei der Landtagspräsidentin eingereicht. Sie muss innerhalb von sechs Wochen
über die Zulässigkeit des Volksbegehrens entscheiden. Wird das Volksbegehren
zugelassen, müssen innerhalb von vier Monaten rund 190.000 Unterstützungsunterschriften
gesammelt werden.
"Dies ist zwar eine große Herausforderung, aber die erste Etappe
des Volksbegehrens hat eindrucksvoll gezeigt, dass diese Hürde zu nehmen
ist", betont Frank Kuschel. "Landesregierung und CDU und SPD im Landtag
werden nicht umhinkommen, sich mit der Forderung des Volksbegehrens auseinanderzusetzen",
sagt der Abgeordnete und verweist darauf, dass die LINKE gemeinsam mit den Grünen
vor einigen Monaten einen vergleichbaren Gesetzentwurf in den Landtag eingebracht
hatte, der jedoch von CDU und SPD abgelehnt worden war.
"Diese Verweigerungshaltung ist nicht nachvollziehbar, zumal durch die
geforderte Abschaffung der Beiträge weder das Land noch die Kommunen zusätzlich
finanziell belastet würden", kritisiert der Linkspolitiker. Die ausschließliche
Finanzierung der wasserwirtschaftlichen Investitionen über Gebühren
habe sich bewährt und könnte auch im Abwasserbereich zur Wirkung kommen.
Da dann bisher gezahlte Abwasserbeiträge verrechnet und nicht wie bei der
Wasserversorgung zurückgezahlt würden, wäre der Landeshaushalt
nicht belastet. Kommunale Straßenausbaumaßnahmen würden über
eine so genannte freiwillige Infrastrukturabgabe teilweise refinanziert.
Kuschel fordert die Koalition auf, "sich ernsthaft mit diesen Vorschlägen
auseinander zu setzen und sich gemeinsam mit den Bürgerinitiativen um Lösungen
zu bemühen. Die Zeit wohlfeiler Worte, wie sie jüngst vom CDU-Fraktionsvorsitzenden
zu vernehmen waren, der ein Umdenken in der Abwasserpolitik ankündigte,
ist vorbei. Entweder es wird jetzt gehandelt oder die Bürgerinnen und Bürger
werden in der Sache entscheiden. Gestärkt werden CDU und SPD durch ein
dann erfolgreiches Volksbegehren jedenfalls nicht".
20.8.2011