"Nachdem selbst
eine von der Landesregierung in Auftrag gegebene Umfrage unter der Thüringer
Bevölkerung gezeigt hat, dass sich fast 80 Prozent aller Befragten für
eine Verwaltungs- und Gebietsreform aussprechen, muss die CDU ihre Stillstandspolitik
aufgeben und die SPD darf sich nicht länger verschaukeln lassen",
fordert der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank
Kuschel.
Vorab wurde bekannt, dass im aktuellen Thüringen-Monitor auch die Einstellung
der Menschen zu einer möglichen Gebietsreform in den Kommunen abgefragt
wurde. Eine übergroße Mehrheit habe sich demnach für eine Fusion
von Gemeinden und Landkreisen ausgesprochen, wenn dadurch die Verwaltungen gestrafft
werden könnten. "Das wissenschaftlich fundierte Ergebnis bestätigt
unsere seit Jahren gesammelten Erfahrungen in den Kommunen, dass die Menschen
viel weiter seien, als einzelne Teile der Landespolitik dies wahrhaben wollen",
sieht sich der Landespolitiker bestätigt.
Nach Einschätzung des Kommunalexperten bestünde jenseits von Koalitionsvereinbarungen
zwischen CDU und SPD eine parlamentarische Mehrheit, den Willen der Bevölkerung
nach effizienteren Strukturen im Einklang mit einer umfassenden Funktional-,
Verwaltungs- und Gebietsreform auch tatsächlich umzusetzen. LINKE, SPD
und Grüne würden ausreichend große Schnittmengen in diese Frage
aufweisen. "Letztlich muss aber die SPD für sich entscheiden, ob sie
weiter essentielle Wahlversprechen brechen will", betont Kuschel.
Für den Landespolitiker müsse im Ergebnis der Umfrage nunmehr geklärt
werden, welchen Stellenwert die von der Ministerpräsidentin eingesetzte
Expertenkommission haben solle. Weitere Untersuchungen zur Stimmungslage im
Land würden jetzt nicht mehr benötigt und ausgearbeitetes Datenmaterial
habe die Enquetekommission des Landtages zusammengetragen. "Die Landesregierung
sollte in Fragen Verwaltungsvereinfachung mit gutem Beispiel vorangehen und
die Kommission umgehend wieder auflösen", fordert abschließend
Frank Kuschel.
6.10.2011