"Weil sich
CDU und SPD bei der Gebietsreform nicht einigen können und ein Leitbild
für Thüringen nicht auf den Weg gebracht werden soll, sind im Innenausschuss
mit einem Federstrich vier Fälle von so genannten freiwilligen Gemeindeneugliederungsmaßnahmen
ausgesetzt worden", informiert der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion
DIE LINKE, Frank Kuschel.
Der Ausschuss hatte eine Vielzahl von Neugliederungsmaßnahmen, die flächendeckend
über Thüringen verteilt sind, zu beraten. Davon wurden auf Verlangen
von CDU und SPD die Fusion von Mohlsdorf und Teichwolframsdorf im Landkreis
Greiz, die Fusion von Ilfeld und Niedersachswerfen im Landkreis Nordhausen,
der Zusammenschluss der Verwaltungsgemeinschaften Dolmar und Salzbrücke
im Landkreis Schmalkalden-Meiningen sowie die Fusion von Effelder-Rauenstein
und Mengersgereuth-Hämmern im Landkreis Sonneberg vertagt. Diese Maßnahmen
sollen später neu entschieden werden. "Offenbar
streiten sich die Koalitionsparteien darüber, ob künftig Zusammenschlüsse
zulässig sein sollen, die als Abwehrmaßnahme gegen städtische
Zentren gerichtet sind. Diese Frage lässt sich aber nicht durch Geschäftsordnungstricks
des Landtages klären, sondern erfordert
verlässliche Prinzipien anhand eines Leitbildes", fordert Kuschel.
Der Parlamentarier spricht sich dafür aus, dass das Land gegenüber
den Kommunen möglichst zügig mitteilt, wo die Grenzen von freiwilligen
Neugliederungen liegen. Andernfalls könnte zu Recht der Eindruck entstehen,
dass einzelne Begehren von politischer Willkür abhängig sind. "Wir
können von den Menschen vor Ort nicht die schwierige Diskussion über
die Zukunft ihrer Gemeinde abverlangen, um anschließend das Ergebnis erneut
auf die Probe zu stellen. Die Kommunen und ihre Einwohner brauchen endlich Verlässlichkeit",
betont abschließend Kuschel.
14.11.2011