"Die Bürgermeister
und Gemeinderäte vor Ort brauchen in Fragen der Gebietsreform keine Belehrungen
des Innenministers, sondern tatkräftige Unterstützung in Form eines
Leitbildes", erklärt der Kommunalpolitiker der Landtagsfraktion DIE
LINKE, Frank Kuschel. So habe gerade das Gesetzgebungsverfahren im Herbst letzten
Jahres gezeigt, dass die Kommunen bei freiwilligen Zusammenschlüssen auch
aus vordergründig eigenen Interessen heraus agieren würden.
Der Innenminister habe erklärt, dass künftig mit Überredungsarbeit
die Gemeinden bewogen werden sollen, sich freiwillig zusammenzuschließen.
Insbesondere bei Kommunen mit hoher Verschuldung wolle die Landesregierung aktiv
werden, wobei aber der Status der kreisfreien Städte unangetastet bleiben
solle. Vor allem in den Fällen Suhl und Eisenach werde die Landesregierung
nicht aktiv werden. "Es ist geradezu absurd, dass das Land erst die Ursachen
für die seit Jahren andauernde Finanznot der Kommunen herbeigeführt
hat und jetzt noch immer nicht bereit ist, eine Lösung anzustreben",
kritisiert der Parlamentarier.
Kuschel informiert darüber, dass seine Fraktion derzeit an einem Leitbild
für eine Gebietsreform arbeite, mit dem die Kommunen eine Orientierung
für künftige freiwillige Neugliederungen erhalten sollen. Das Leitbild
solle den Charakter eines Rahmengesetzes erhalten und zu einer der nächsten
Sitzungen in den Landtag eingebracht werden. "Wir fordern die Landesregierung
auf, sich endlich in die inhaltliche Diskussion zu begeben und nicht länger
wie das Kaninchen vor der Schlange zu hocken", unterstreicht abschließend
Kuschel.
7.1.2012