Als "vollkommen
inakzeptabel" kritisiert Frank Kuschel, LINKEN-Abgeordneter und Mitglied
im Haushaltsausschuss, dass nur wenige Tage nach Beschluss des Landeshaushaltes
der Finanzminister ohne Beteiligung des Landtages eine Bewirtschaftungssperre
in Millionenhöhe verhängt.
Offenbar verfügte die Landesregierung bereits zum Zeitpunkt des Haushaltsbeschlusses
Mitte Dezember 2011 über Informationen zu Finanzierungsproblemen, die jedoch
dem Landtag vorenthalten wurden. Anders ist diese Bewirtschaftungssperre nicht
zu begründen. "Das Zahlenwerk des Landeshaushaltes ist nun nicht einmal
mehr das Papier wert, auf dem es gedruckt ist", merkt der Linkspolitiker
an. Aus politiktheoretischer Sicht stellt sich die Frage, "weshalb im Landtag
monatelang über jeden Euro gestritten wird, wenn anschließend die
Landesregierung sowieso macht, was sie will". Hier erwartet die Linksfraktion
auch ein Machtwort der Ministerpräsidentin.
"Mit dieser Bewirtschaftungssperre schafft zudem der Finanzminister bei
den Empfängern von Landesmitteln Verunsicherungen und stellt deren Planungen
für das Jahr 2012 völlig in Frage. Zahlreiche Projekte im ganzen Freistaat
sind gefährdet", fügt der Abgeordnete hinzu.
DIE LINKE fordert vom Finanzminister umgehend Aufklärung, weshalb diese
Bewirtschaftungssperre verhängt wurde und welche Auswirkungen daraus resultieren.
"Meine Fraktion wird deshalb für die nächste Sitzung des Haushaltsausschusses
am 19. Januar das Thema auf die Tagesordnung setzen", so Kuschel abschließend.
13.1.2012