"Dass die
Landesregierung künftig in Oberhof einen ehrenamtlichen Bürgermeister
installieren will, der sich um das Aushängeschild des Wintersports kümmert,
ist äußerst fragwürdig. Deshalb werden wir den Vorgang im Innenausschuss
thematisieren", informiert der Kommunalpolitiker der Landtagsfraktion DIE
LINKE, Frank Kuschel.
Nach dem Gesetz müssen für einen hauptamtlichen Bürgermeister
mindestens 3.000 Einwohner in der Gemeinde gezählt werden. Im Ausnahmefall
kann die Landesregierung von dieser Regelung abweichen. Eine Vielzahl von Gemeinden
konnte diese Genehmigung erwirken. Weil aber die Finanzlage der Kommunen eine
zunehmend kritische Prüfung der Ausnahmereglung erforderlich macht, hat
das Innenministerium häufig die Genehmigung versagt. "Im Fall von
Oberhof kann man aber nicht starr nach der Einwohnerstatistik gehen, weil ganz
objektiv in diesem Fall die Führung des Wintersportortes nicht durch einen
ehrenamtlichen Bürgermeister geleistet werden kann. Hier muss das Land
eine politische Entscheidung mit Verstand treffen", betont der Parlamentarier.
Der Kommunalexperte fordert die Landesregierung auf, die Entscheidung zur Bürgermeisterwahl
in Oberhof zu überdenken. Gerade in diesem Fall zeige sich, welche Folgen
dadurch entstehen, dass sich das Land einer konsequenten Entscheidung über
den künftigen Status der Stadt verweigert. Es sei fahrlässig, dass
keine Debatte darüber geführt werde, in welcher Struktur die Aufgaben
des Wintersportortes künftig realisiert werden könnten. "Wenn
sich schon die Landesregierung mutlos um die Fragen einer Gebietsreform drückt,
darf sie die Folgen ihres Versagens nicht auf die Kommunen abwälzen",
unterstreicht Frank Kuschel.
19.1.2012