Nicht Neuhaus, sondern das Land hat versagt
"Es
ist zu kurz und einseitig gegriffen, wenn man darstellt, dass im Zusammenhang
möglicher freiwilliger Gemeindefusionen im Fall Lauscha-Neuhaus letztere
sich zu wenig bewegt hätte und nunmehr Steinbach eine Art lachende Dritte
wäre", erklärt der kommunalpolitische Sprecher der Fraktion DIE
LINKE im Thüringer Landtag, Frank Kuschel.
Seit 2004 gab es durch Neuhaus
intensive Bemühungen, gemeinsam mit Lauscha eine Fusion zu vollziehen und
damit ein leistungsfähiges Mittelzentrum zu schaffen.
Die Landtagsfraktion
der LINKEN hat dies intensiv im Landtag parlamentarisch begleitet.
Es ist gescheitert,
jedoch nicht am Unwillen oder zu geringer Flexibilität von Neuhaus, sondern
an der katastrophalen Finanzsituation der Stadt Lauscha.
Auch durch eine Fusion
mit Neuhaus wäre keine finanzielle leistungsfähige Stadt entstanden,
vielmehr bestand die Gefahr, dass eine neue Stadt "Neuhaus-Lauscha"
am finanziellen Erbe von Lauscha über viele Jahre hätte leiden müssen.
Die
Lösung wäre eine Teilentschuldung durch das Land gewesen. Dies hatte
die Fraktion DIE LINKE eingefordert.
Das wurde durch die CDU abgelehnt. Jetzt
geht es offenbar, wie das Beispiel der Fusion Behringen und Hörselberg im
Wartburgkreis zeigt. Hörselberg wird durch das Land zusätzlich entschuldet.
Man könnte vermuten, das Parteibuch des Bürgermeisters war hierfür
mitentscheidend. Die Landesregierung muss sich fragen lassen, weshalb sie eine
solche Teilentschuldung im Fall Lauscha prinzipiell ablehnte.
Im Übrigen
machen Steinach und Lauscha ihre Fusion auch von der zusätzlichen Bereitstellung
von finanziellen Mitteln des Landes abhängig.
Es bleibt abzuwarten, wie
sich hier die Landesregierung und die CDU entscheiden.
Dass bei der beabsichtigten
Fusion von Steinach und Lauscha offenbar die Bürger im nicht ausreichenden
Maße einbezogen wurden, zeigt die Bildung einer Bürgerinitiative im
Ortsteil Ernstthal. Die Bürger wollen nach Neuhaus wechseln und nicht am
Projekt einer gemeinsamen Stadt Steinach-Lauscha mitwirken.
Bürgerbeteiligung
hatte in Neuhaus immer oberste Priorität. Dies sollte auch bei künftigen
Gemeindeneugliederungsmaßnahmen in der Region so sein.
Erfurt,
30.07.2007