"Dass die
Führung des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Eisenach-Erbstromtal offenkundig
rechtswidrig gehandelt hat, indem über mehrere Jahre keine Jahresrechnungen
vorgelegt wurden, hat nun auch die Landesregierung bestätigt", informiert
der kommunalpolitische Sprecher der Landtagsfraktion DIE LINKE, Frank Kuschel.
Auf Verlangen des Bad Salzunger Abgeordneten musste der Innenminister in der
Sitzung des Innenausschusses am Freitag zur gegenwärtigen Verbandspolitik
des Wasser- und Abwasserzweckverbandes Eisenach-Erbstromtal (TAVEE) Stellung
nehmen. Dabei stellte die Landesregierung klar, dass die Vorlage der Prüfberichte
aus den vorangegangenen Wirtschaftsjahren längst hätte erfolgen müssen.
Sowohl der Verbandsvorsitzende als auch der Geschäftsführer hätten
sich deshalb rechtswidrig verhalten. Hinsichtlich der aktuellen Diskussion zur
Erhöhung der Gebühren konnte die Landesregierung hingegen nicht viel
erklären, da eine Bewertung der bisherigen Zahlen ohne Prüfberichte
schlichtweg unmöglich sei. "Weil eine sachliche Bewertung der geplanten
Gebührenerhöhungen durch das Totalversagen der Verbandsführung
derzeit unmöglich gemacht wird, ist eine fundierte Bewertung der anstehenden
Verbandstätigkeit kaum möglich", kritisiert der Abgeordnete.
Kuschel stellt dabei auch klar, dass seine Vorschläge für eine alternative
Gebührenpolitik keine Fiktion bleiben müssen. Unter anderem habe der
Innenminister angekündigt, dass künftig auf eine Verzinsung des Eigenkapitals
durch die Zweckverbände verzichtet werden soll. Eine Gesetzesänderung
werde derzeit erwogen. Bereits gegenwärtig bestehe keine Pflicht, dass
der TAVEE sein Eigenkapital verzinst und somit den Druck auf Gebührenerhöhungen
zusätzlich aufbaue. "Dem Zweckverband ist jetzt angeraten, zunächst
alle gesetzlich möglichen Potentiale einer Gebührensenkung zu prüfen
und dabei abzuwarten, bis die Landesregierung ihre angekündigten Vorhaben
umgesetzt hat", betont der Landespolitiker.
Frank Kuschel informiert abschließend darüber, dass der Innenausschuss
im gegenseitigen Einvernehmen beschlossen hat, die Verbandspolitik des TAVEE
weiterhin zu beobachten. "Der Landtag und die Landesregierung haben auch
weiterhin einen kritischen Blick auf die Arbeit des Zweckverbandes. Jederzeit
könne sich der Innenausschuss erneut mit dem TAVEE befassen", stellt
der Parlamentarier klar.
22.1.2010