"Weil die
Auffassung des Dorndorfer Bürgermeisters, wonach ein entgeltfreies letztes
Kindertagesstättenjahr gesetzeswidrig wäre, mehr als zweifelhaft ist,
wird dieses Thema den Thüringer Landtag beschäftigen", informiert
der Landtagsabgeordnete der LINKEN, Frank Kuschel.
DIE LINKE im Dorndorfer Gemeinderat hatte den Vorschlag für ein entgeltfreies
letztes Kindertagesstättenjahr unterbreitet. Der Bürgermeister bezeichnete
diesen Vorschlag als gesetzwidrig und verweigerte damit seine Zustimmung.
"Das Thüringer Kindertagesstättengesetz enthält keineswegs
ein Verbot für die entgeltfreie Nutzung von Kindertagesstätten",
erläutert Frank Kuschel und verweist in diesen Zusammenhang auf Aussagen
der Landesregierung im Zusammenhang mit Diskussionen zur Gebührenbefreiung
in Unterbreizbach. Bereits damals hat die Landesregierung die Zulässigkeit
von Gebührenbefreiungen für Kindertagesstätten unter bestimmten
Voraussetzungen bejaht. Die Vorgänge in Dorndorf sind jetzt aus Sicht des
Linkspolitikers Anlass, in der Sache nochmals Klarheit zu schaffen.
Umstritten ist auch die Entscheidung, den Gemeinderat der LINKEN Michael Jung
von der Beratung im Dorndorfer Gemeinderat auszuschließen, weil dessen
Kind gegenwärtig die Kindertagesstätte besucht.
In der Kommunalordnung ist hingegen geregelt, dass es eine solche persönliche
Beteiligung nicht gibt, wenn das betroffene Gemeinderatsmitglied einer Berufs-
oder Bevölkerungsgruppe angehört. Auch hier soll sich die Landesregierung
nochmals äußern. "Ich gehe davon aus, dass Michael Jung zu Unrecht
von der Beratung ausgeschlossen wurde", so Frank Kuschel.
Es ist bedenklich, mit welcher Rechtsauslegung der Dorndorfer Bürgermeister
hier agiert hat. Wenn die Auffassung des Bürgermeisters stimmen würde,
dürfte auch kein Grundstückseigentümer an der Haushaltsberatung
teilnehmen, weil dabei die Hebesätze der Grundsteuer festgelegt werden,
so der Linkspolitiker.
Der Bürgermeister von Dorndorf sollte sein Verhältnis zu den Kommunalpolitikern
der Linken vor Ort überdenken.
25.2.2010