"Auch wenn
Thüringen jetzt das wohl modernste Kindertagesstättengesetz hat, bleibt
die Finanzierung umstritten", betont der Landtagsabgeordnete der LINKEN,
Frank Kuschel, der sich bei der Beschlussfassung der Stimme enthalten hat.
Nach wie vor gibt es unterschiedliche Positionen der kommunalen Spitzenverbände
und der Landesregierung zur Finanzierung der Reform. Dabei geht es immerhin
um 50 Millionen Euro. Die Zusage der Landesregierung, vor der Beschlussfassung
im Landtag die Differenzen auszuräumen, wurde nicht umgesetzt. Es wurde
zwar eine Arbeitsgruppe gebildet, die jedoch inhaltlich nicht getagt hat. "Ich
habe Verständnis für die kommunalen Spitzenverbände, wenn diese
befürchten, dass letztlich die Gemeinden und Eltern die Kosten für
das neue Gesetz im hohen Umfang tragen müssen", erklärt der Linkspolitiker.
Schon jetzt ist erkennbar, dass viele Kommunen die Kindertagesstättengebühren
erhöhen, um so die Neuregelungen umsetzen zu können. Dadurch könnten
die Ziele der Reform verfehlt werden, weil zunehmend Eltern ihre Kinder aus
Kostengründen zu Hause betreuen. "Die Forderung der LINKEN, im Zusammenhang
mit dem neuen Gesetz eine Gebührenerhöhung auszuschließen, haben
CDU und SPD abgelehnt", stellt Frank Kuschel fest.
Das neue Kindertagesstättengesetz wird nur dann Erfolg haben, wenn die
Kommunen nicht zeitgleich die Gebühren für die Kinderbetreuung erhöhen.
Hier ist die Landesregierung gefordert. "Die Finanzierungsprobleme dürfen
nicht auf die kommunale Ebene und die Eltern abgewälzt werden", fordert
Frank Kuschel abschließend.
3.5.2010