Der Wartburgkreis aus Radfahrersicht - Rückblick auf die Sommerradtour der LINKEN
242 Kilometer mit
dem Fahrrad durch den Wartburgkreis, das ist eine von mehreren statistischen
Zahlen der Sommerradtour der LINKEN an fünf Julitagen. 21 Termine gab es
mit Kommunalpolitikern, Vertretern von Unternehmen und Vereinen sowie zahlreichen
Bürgern. In einer Kolumne werden eigentlich Ereignisse des Zeitgeschehens
zugespitzt kommentiert. Die Sommerradtour der LINKEN durch den Wartburgkreis
will ich an dieser Stelle eher grob dokumentieren. Drei Tage schien unerbittlich
die Sonne und das Thermometer zeigte mehr als 30 Grad. Dann zwei Tage Regen.
Das Wetter bot also alles, was so im Sommer möglich ist.
Die Tour startete in Bad Salzungen. Die regionale Presse hatte den Starttermin
hausintern um eine Stunde verpasst. So etwas passiert den örtlichen Zeitungsmachern
bei der CDU nie. Da wird über alles berichtet, was so Herr Hirte machte
und berichten lassen möchte. In Bad Salzungen wird deshalb schon spekuliert,
ob Hirte an der Zeitung Anteile gekauft hat oder die Redaktionen einen Honorarvertrag
mit dem Bundestagsabgeordneten haben.
Mit dem Rad ging es durchs Werratal bis nach Dorndorf, von dort im Feldatal
bis Stadtlengsfeld und dann kam die erste "Bergwertung" nach Gehaus.
Dort zeigten uns der Ortsbürgermeister und der Vorsitzende des Dorfvereins
Herr Lotz das Bürgerhaus "Grüner Baum", welches gerade saniert
wird. Ein solches Bürgerhaus kann sich sehen lassen. Besichtigt wurde auch
das Schloss mit seinem Park. Einzig der Kindergarten ist hier untergebracht.
Die Gemeinde sucht nach einem Investor für das Anwesen. Spontan wollte
Bürgermeister Carsten Sellig uns das Gehauser Schloss schenken, doch als
sozialistische Bildungsstätte kommt es allerdings nicht in Frage. Da müsste
erst Gehaus an das Schienennetz angeschlossen werden. Ein solcher Anschluss
ist für die LINKE eine Voraussetzung für den Standort einer solchen
Bildungsstätte.
Die Radler erfuhren in Gehaus, wie das Dorf mehrfach Weltgeschichte schrieb.
Wer da mehr erfahren will sollte sich an den Heimatverein Gehaus wenden.
Weiter ging es über Dermbach nach Neidhardthausen. Das Dorf wollte sich
in den nächsten Jahren als "Fledermausdorf" einen Namen machen.
Nun fehlt das Geld im Gemeindehaushalt, so dass aus dieser Idee wohl nichts
werden wird. Schade. Doch dafür wird es wohl mit der Wahl des Bürgermeisters
diesmal funktionieren, wenn auch erst im zweiten Anlauf. Am 6. Juni 2010 gab
es zwar keine Kandidaten aber trotzdem einen Sieger bei der Bürgermeisterwahl.
Aber der wollte die Wahl nicht annehmen. Und so müssen die Bürger
im August nochmals wählen. Diesmal mit nur einem Bewerber ! Ein weiteres
Problem drückt die Neidhardtshäuser: Der vor Jahren zugesagte Radweg
auf der stillgelegten Bahntrasse lässt weiter auf sich warten. Da werde
ich wohl wieder mal die Landesregierung befragen müssen, warum das hier
klemmt und wer zuständig ist.
Die Tour ging weiter nach Zella, einen schwierigen Ort für die LINKE. Hier
erreichen wir immer nur einstellige Wahlergebnisse. Die Gespräche am und
im Dorfkonsum waren jedoch sehr freundlich und interessant. Vorbehalte gegen
die LINKE waren da nicht zu spüren.
Ziel der ersten Tagesetappe war die Texasklause in Andenhausen. Bevor die Radler
erschöpft im Heu übernachteten, gab es eine Ortsbesichtigung, einschließlich
einer gigantischen Fußgängertreppe, die nach Angaben der Bürger
von Niemand genutzt wird.
Wenn ich jetzt noch an dieser Stelle dokumentiere wie die zweite bis fünfte Etappe abgelaufen sind, reicht der Platz nicht.
Bleibt mir abschließend, Dank zu sagen an das Mitfahrteam und die Organisatoren.
Während der Sommerradtour der LINKEN entschied im Übrigen das Bundesverwaltungsgericht, dass die bundesdeutschen Geheimdienste über Mitglieder der LINKEN aus öffentlich zugänglichen Dokumenten Informationen sammeln dürfen. Die Richter halten Teile der LINKE für verfassungsfeindlich, weil sie den Kapitalismus in Frage stellen, und da sind geheimdienstliche Maßnahmen eben zulässig. Zu Recht stößt dieses Urteil bei vielen auf Unverständnis und Empörung. Klar, einige, die DIE LINKE sowie verbieten würden, halten den Richterspruch für angemessen. Nun muss das Bundesverfassungsgericht entscheiden. Ich bin gespannt, was die obersten Richter in der Sache zu sagen haben. Ihr Spruch ist richtungsweisend für unsere Gesellschaft. Die Bundesrepublik ist auf den Weg zum Überwachungsstaat. Die Richter in Karlsruhe haben es in der Hand, diese Entwicklung zu stoppen. Es wird Zeit dafür.
Frank Kuschel
11.8.2010