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Torsten Wolf

Fraktion DIE LINKE für automatisches Aufrücken und gegen Noten- und Prüfungsstress im laufenden Schuljahr

Die Fraktion DIE Linke im Thüringer Landtag begrüßt den von Bildungsminister Helmut Holter initiierten Runden Tisch zur Bewältigung der Corona-Folgen im Bildungsbereich, der am Donnerstag das erste Mal tagte. Dazu äußert sich der bildungspolitische Sprecher der Fraktion, Torsten Wolf: „Einen möglichst transparenten Beteiligungsprozess mit allen in der Bildung relevanten gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen ist eine Voraussetzung für kluge Entscheidungen und eine hohe Akzeptanz dieser bei der Bewältigung der pandemischen Folgen in allen Bildungsbereichen. Ich begrüße es außerordentlich, dass der Bildungsminister auch in der Krise seiner Linie treu bleibt und sich aktiv den auftretenden Problemen, wie denen der Schul-Cloud, stellt. Im Landtag wird sich der Bildungsausschuss erstmalig am 22. Januar mit der Abmilderungsverordnung zum laufenden Schuljahr beschäftigen, zu der die Fraktion DIE LINKE eigene Vorschläge einbringen wird. Diese orientieren sich an der Vermeidung unbilliger pandemischer Härten für die Schüler*innen, an Wahlmöglichkeit und der Berücksichtigung der individuellen Lernstände bei den anstehenden Prüfungen. Wir plädieren vor allem für die Aussetzung der besonderen Leistungsfeststellung, da diese eine für die Lernentwicklung tote Zeit ist und Schüler*innen in der Klassenstufe 10 in Thüringen wie die allermeisten ihrer Altersgenoss*innen in den anderen Bundesländern mit Bestehen der Leistungsanforderungen den Realschulabschluss zuerkannt bekommen sollten.“

In der besonderen pandemischen Situation sollte nach Ansicht des Bildungspolitikers Wolf in verschiedenen Szenarien gedacht und geplant werden. Wenn der wahrscheinliche Fall eintritt, dass ab 01.02. kein eingeschränkter Regelbetrieb möglich sein wird, sollten alle jetzt auf diesen Termin bezogenen Planungen angepasst und im parlamentarischen Raum diskutiert werden.

Im Einzelnen schlägt DIE LINKE im Landtag das automatische Aufrücken aller Schüler*innen bis zu den Abschlussklassen vor. Den Schüler*innen, die die Klassenstufe freiwillig wiederholen wollen, sollte bis Ende des Schuljahres eingeräumt werden, dies auch zu erklären. Die Klassenkonferenz wäre beratend das geeignete Gremium zur Unterstützung der Schüler*innen bei ihrer Orientierung.

Weiterhin schlägt DIE LINKE vor, dass die „Besondere Leistungsfeststellung“ (BLF) für mindestens 3 Jahre ausgesetzt und die Prüfungsergebnisse evaluiert werden sollten. Die BLF ist eine für die Lernentwicklung tote Zeit. Vorbereitungen auf eine Prüfungssituation sind durch Klausuren und freiwillige Vorprüfungen möglich. In zwei Drittel aller Bundesländer wird den Schüler*innen mit Bestehen der Klassenstufe 10 der Realschulabschluss zuerkannt. Bei einem Wechsel von Schüler*innen aus diesen Bundesländern erkennt Thüringen natürlich dieses Verfahren an. Die zur Vorbereitung der BLF notwendig Zeit sollte für die Vermittlung von Lerninhalten genutzt werden, und nicht für die Prüfung von pandemiebedingten Wissenslücken.

Die Prüfungen sollten in diesem Jahr prinzipiell dezentral erstellt werden und vom Ministerium und dem Thillm genehmigt werden. Die wenigsten Schulen haben die Lernrückstände der Coronabedingten Schulschließungen ausgleichen können. Lernstanderhebungen wurden häufig zugunsten regulärem Unterricht nicht durchgeführt. Dennoch können die Lehrkräfte vor Ort am sichersten einschätzen, wie viel von welchen Lehrplaninhalten vermittelt werden konnten. Selbst eine Wahlmöglichkeit einzelner Themengebiete wird nicht der vermittelten Tiefe des Stoffes gerecht. Dem entspricht die dezentrale Erstellung der Prüfungen, auch wenn dies für die Lehrkräfte ein zumutbar höherer Aufwand ist.

Die Schüler*innen sollten mehr Wahlmöglichkeiten bei der Auswahl ihrer Prüfungsfächer erhalten. So sollte z.B. weiterhin für den qualifizierten Hauptschulabschluss statt einer mündlichen Prüfung eine praktische Prüfung im Wahlpflichtfach für nicht lernstarke Schüler*innen zur Erlangung des Schulabschluss möglich sein.

Falls die pandemische Situation einen Präsenzunterricht auch deutlich über den 01.02., hinaus nicht möglich machen sollte, schlägt DIE LINKE vor, eine Durchschnittnote in den Prüfungsfächern als Prüfungsnote anzuerkennen. 

Lernentwicklungsgespräche sollten unter Beachtung der Hygieneschutzvorschriften, z.B. digital, weiterhin möglich sein, da sie den Eltern eine hinreichende Orientierung geben können.